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Nigerianischer Anwalt erhält UN-Flüchtlingspreis

Der renommierte Nansen-Preis des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) geht an den nigerianischen Anwalt Zannah Mustapha. Er wird für ein Schulprojekt sowie seinen Einsatz für Kinderrechte ausgezeichnet.

Zannah Mustapha UNHCR Pressefoto (UNHCR/Rahima Gambo)

Zannah Mustapha half, von Boko Haram entführte Frauen zu befreien

In einer UNHCR-Erklärung wurde Mustaphas herausragende Rolle gewürdigt, die er als Vermittler bei der Freilassung von Entführten der Islamistengruppe Boko Haram spielte. Auch habe er Kinder unterstützt, die Opfer des Konflikts mit der Terrormiliz wurden.

Mustapha ist im Nordosten Nigerias eine bekannte Figur. Unter anderem vertrat er die Familie des Boko-Haram-Gründers Mohammed Yusuf, der 2009 in Polizeigewahrsam starb.

Das Engagement des Anwalts habe dazu beigetragen, dass die Boko Haram rund 100 junge Frauen freiließ, darunter 82 Mädchen aus Chibok, die 2014 von den Extremisten aus ihrer Schule verschleppt worden waren, so UNHCR-Repräsentant Jose-António Canhandula.

Kostenloser Unterricht für geflohene Kinder

Darüber hinaus hatte der Anwalt in Maidiguri, der Hauptstadt des Bundeststaates Borno, vor zehn Jahren eine Schule gegründet, die er selbst auf dem Höhepunkt des Konflikts mit der Terrorgruppe Boko Haram offenhielt. Auf dem Campus fanden Menschen aller Konfessionen und Ethnien Zuflucht, die Opfer von Gewalt wurden - insbesondere Witwen, Waisen und verlassene Kinder. 

Angesichts des Erfolgs der Schule eröffnete Mustapha im vergangenen Jahr eine weitere Einrichtung mit kostenlosem Unterricht für 88 vor Gewalt geflohene Kinder, unter ihnen auch solche, deren Eltern Soldaten oder Boko-Haram-Kämpfer sind.

Bildungssystem hat stark unter Boko Haram gelitten

Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF gehen rund 10,5 Millionen nigerianische Kinder nicht zur Schule. Das sei der höchste Stand weltweit. Viele der Kinder leben im Nordosten des Landes, wo das Bildungssystem in den vergangenen Jahren stark unter den Anschlägen Boko Harams gelitten hat.

Mit dem Nansen-Preis werden seit 1954 Menschen oder Organisationen geehrt, die sich für Flüchtlinge und deren Belange einsetzen. Er ist mit 150.000 Euro dotiert und wird am 2. Oktober in Genf überreicht.

ie/jj (dpa, afp, epd)

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