1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Porträts Lehrerverbände

Nigerian Association of Teachers of German (NATOG)

Der nigerianische Deutschlehrerverband ist klein, aber fein: Mit seinen 20 Mitgliedern organisiert der Verband jedes Jahr eine Fortbildung, zu der die Lehrer aus dem ganzen Land kommen.

Von den Nigerianern können Deutsche mehr Offenheit und Gastfreundschaft lernen, sagt Lanre Okuseinde. Umgekehrt vermisst er an Deutschland oft, dass dort alles so gut funktioniert, wie er sagt. Der Generalsekretär des nigerianischen Deutschlehrerverbands hat bereits längere Zeit in Konstanz gelebt. Lanre Okuseinde unterrichtet schon seit 1989 Deutsch.

Deutsche Welle: Herr Okuseinde, in Nigeria kann man an drei von 60 Universitäten Deutsch lernen, und an Schulen kann man gar kein Deutsch lernen. Da sind Sie als Deutschlehrer ja ein richtiger Exot.

Lanre Okuseinde: Lacht. Das kann man so sagen. Es gibt viele Leute in Nigeria, die zwar wissen, dass es so was gibt wie Deutsch als Bachelorfach, aber wenige machen es. Ich muss allerdings dazu sagen, dass an drei Unis Deutsch als Abschlussfach angeboten wird, und an bis zu 15 Unis kann man Deutsch so studieren, als Wahlpflichtfach beispielsweise.

Und wie kommt man dann auf die Idee, Deutsch zu studieren? Wie ist das bei Ihnen gekommen?

Audio anhören 00:35

Hören Sie rein: Lanre Okuseinde erzählt von seinen schönsten Momenten als Deutschlehrer

Ich habe in der Schule Französisch gehabt und wollte es dann an der Universität studieren. Dort angekommen habe ich gesehen, dass gerade der erste Deutschkurs anfing, das war 1984. Deutsch war etwas Neues dort und auch für mich. Ich hatte ja gar keine Ahnung, dass es so etwas gab. Ich hatte zuvor nur von Hitler gehört. Also, ich hatte wirklich keine Ahnung von Deutsch oder von Deutschland. Deshalb wollte ich dann kein Französisch mehr machen, sondern habe gewechselt und wurde Deutschlehrer.

Und nun sind Sie auch im Deutschlehrerverband aktiv, der allerdings nur aus einer Handvoll Mitglieder besteht. Wie funktioniert da die Zusammenarbeit?

Die Entfernungen sind in Nigeria leider sehr groß. Wenn die Leute zum Beispiel 600 oder 800 Kilometer fahren müssen nur wegen eines Verbandstreffens, dann ist das nicht immer einfach. Trotzdem schaffen wir das. Es klappt auch so gut, das muss ich dazu sagen, weil wir immer gesponsert sind vom Goethe-Institut. Wir bieten dann einmal im Jahr eine Fortbildung an, bei der wir meistens über Didaktik sprechen. Da kann dann jeder kommen.

Und was passiert so in der Zwischenzeit im Verband?

Personen sitzen am Tisch

Mitglieder des nigerianischen Deutschlehrerverbands bei einem gemeinsam Abendessen

Da ruht die Arbeit eher. Wir treffen uns im Vorstand so zweimal im Jahr, wenn wir Entscheidungen treffen müssen. Ansonsten kriege ich oft Nachrichten aus Deutschland, wenn zum Beispiel Fortbildungen anstehen. Dann schicke ich diese Nachrichten an die Mitglieder weiter per Internet.

Und in Ihrem Deutschunterricht, benutzen Sie da auch die Materialien der Deutschen Welle?

Ja, vor drei Jahren war eine Frau von der Deutschen Welle hier. Sie hat uns einige Materialien gegeben und uns darüber informiert, wie wir weitere Informationen bekommen können im Internet bei der Deutschen Welle. Allerdings können wir die Internetangebote nicht so intensiv nutzen, wie wir wollen, weil die Verbindung bei uns nicht so stabil ist.


Die wichtigsten Infos in Kürze:
Der nigerianische Deutschlehrerverband wurde 1987 gegründet und hat etwa 20 Mitglieder.

Vorstandsgremium:
・Dr. Abiodun Oyebola (Präsident)
・Dr. Ifeyinwa Ezeorah (Vizepräsidentin)
・Lanre Okuseinde (Generalsekretär)
・Maria Akinduro (Schatzmeisterin)

IDV-Kontaktperson: Maria Akinduro; majeduro [at] yahoo.com

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema