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Aktuell Afrika

Nigeria verschiebt die Präsidentenwahl

Nigeria verschiebt aus Furcht vor Anschlägen der Islamistenmiliz Boko Haram die Wahl eines neuen Präsidenten. Für die Sicherheit der Wähler könne nicht garantiert werden, es gebe zu wenig Soldaten, hieß es.

Anhänger von Präsident Goodluck Jonathan (Foto: AP)

Anhänger von Präsident Goodluck Jonathan

Der Vorsitzende der Wahlkommission teilte in der Hauptstadt Abuja mit, die eigentlich für den 14. Februar vorgesehene Wahl solle nun sechs Wochen später und zwar am 28. März stattfinden. Sicherheitsbedenken ließen es nicht zu, am ursprünglichen Wahltermin festzuhalten.

Bei der Wahl hofft

Präsident Goodluck Jonathan

auf ein Mandat für eine zweite Amtszeit. Kritiker sehen in der Verschiebung aber auch einen Versuch des amtierenden Präsidenten und seiner regierenden Demokratischen Volkspartei (People's Democratic Party/PDP), sich Zeit zu verschaffen. Sein

Hauptkonkurrent Muhammadu Buhari

vom Oppositionsbündnis All Progressives Congress (APC) hatte zuletzt in Umfragen zugelegt.

USA enttäuscht

Die USA zeigten sich nach den Worten von Außenminister John Kerry "zutiefstenttäuscht". Politische Einflussnahme auf die Wahlkommission in dem Land sei inakzeptabel. Die Regierung dürfe keine Sicherheitsbedenken vorschieben, um die demokratische Entwicklung zu behindern, sagte Kerry.

Eine Gefahr auch für die Nachbarstaaten

Boko Haram kämpft seit fünf Jahren für einen radikal-islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Die Extremisten bedrohen auch die Nachbarländer Tschad, Kamerun und Niger. Aus dem Niger wurde am Sonntag erneut eine Attacke von Boko Haram auf die Grenzstadt Diffa gemeldet. Die Armee habe die Angreifer zurückschlagen können, an einer nahegelegenen Brücke hielten die Gefechte aber an, hieß es aus Militärkreisen.

Inzwischen sind im Grenzgebiet zwischen dem Niger und Nigeria auch Hunderte Soldaten aus dem Tschad stationiert, die Niger bei der Abwehr der Boko Haram-Terroristen helfen. Auch Kampfflugzeuge aus dem Tschad sind nach Armeeangaben bereits in den Kämpfen zum Einsatz gekommen.

Die Afrikanische Union (AU) will für den Kampf gegen Boko Haram eine 7500 Mann starke Truppe aufstellen. Die Islamisten stützen sich bei ihrem Aufstand im Nordosten Nigerias nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste auf 4000 bis 6000 fanatische Kämpfer.

Seit dem Jahr 2009 tötete die Gruppe bei Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen nach offiziellen Angaben mehr als 13.000 Menschen. Tausende Menschen sind vor den Gräueltaten der islamistischen Gruppierung geflohen.

In dem ölreichen westafrikanischen Staat leben rund 175 Millionen Menschen. Nigeria ist damit das mit Abstand bevölkerungsreichste Land Afrikas.

haz/gri/ml (rtr, afp)