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Ebola

Nigeria verhängt Flugverbot wegen Ausbreitung von Ebola

Der westafrikanische Staat ergreift nach dem Tod eines an Ebola Erkrankten aus dem Nachbarland Liberia rigide Maßnahmen, um die Virus-Krankheit einzudämmen. Angesichts von schon 672 Toten in der Region ist Eile geboten.

Wenige Tage nach dem Bekanntwerden des ersten Ebola-Falls in Nigeria hat die Luftaufsichtsbehörde des Landes drastische Konsequenzen gezogen. Sie untersagte der Fluggesellschaft ASky mit sofortiger Wirkung, Ziele in dem Land anzusteuern. In der vergangenen Woche war ein Liberianer mit Ebola-Symptomen mit einer ASky-Maschine nach Lagos gereist. Dort brach er am Flughafen zusammen und starb wenige Tage später in Quarantäne. Die betroffene Klinik in Lagos wurde inzwischen geschlossen.

"Die Leben von Millionen Nigerianern sind zu kostbar, um sie wegen der Fahrlässigkeit einer Airline aufs Spiel zu setzen, hieß es in einer Mitteilung der Aufsichtsbehörde. ASky - ein Tochterunternehmen von Ethiopian Airlines - dürfe erst dann wieder nach Nigeria fliegen, wenn die Verantwortlichen beweisen könnten, dass alle Passagiere eingehend auf Ebola geprüft würden. Die Gesellschaft steuert seit 2010 zahlreiche Ziele in West- und Zentralafrika an und hat ihren Hauptsitz in Lomé in Togo. Andere Fluggesellschaften wurden ebenfalls dringend aufgefordert, alle nötigen Präventionsmaßnahmen zu ergreifen, damit keine Passagiere mit dem Virus nach Nigeria geflogen werden.

Keine Fußballspiele mehr in Liberia

Die bisher schwerste Ebola-Epidemie aller Zeiten war im März in Guinea ausgebrochen und hatte sich schnell in die Nachbarländer Liberia und Sierra Leone ausgebreitet. Es handelt sich um den ersten Ausbruch der Krankheit in Westafrika. Neuen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge gab es bis zum 23. Juli insgesamt 1201 Fälle, 672 Menschen starben bereits an der Seuche, davon 129 in Liberia.

Dort wurden nach Berichten des britischen Senders BBC derweil alle Fußballspiele verboten. Die Ansteckungsgefahr sei wegen des Körperkontakts beim Spielen zu hoch, erklärte der nationale Fußballverband Liberias.

Mitarbeiter der liberianischen Gesundheitsbehörden in Schutzanzügen (Foto: picture-alliance/dpa)

Sie sind um ihre Arbeit nicht zu beneiden: Mitarbeiter der liberianischen Gesundheitsbehörden

Das größte Problem bleibe weiterhin die Skepsis der Menschen gegenüber den Ärzten, sagte die Sprecherin des Roten Kreuzes in Afrika, Katherine Mueller, nach einem Besuch in Sierra Leone. Viele Menschen mit Ebola-Symptomen wendeten sich an traditionelle Heiler statt an die Gesundheitszentren. Auch seien viele Westafrikaner der Auffassung, dass Ebola gar nicht existiere.

Die Gefahr einer Ansteckung für Ausländer in den betroffenen westafrikanischen Ländern ist nach Ansicht von Experten sehr gering. Das Virus übertrage sich nur im direkten Kontakt, sagte Jonas Schmidt-Chanasit, Leiter der Virusdiagnostik am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) in Hamburg. Eine Ansteckung durch die Luft wie bei einem grippalen Effekt sei nicht möglich. Einem direkten Ansteckungsrisiko ausgesetzt seien nur ausländische Ärzte oder Helfer, die sich um Erkrankte vor Ort kümmerten.

Beim Desinfizieren von Schutzanzügen angesteckt

Die jüngst bekanntgewordenen Infektionen bei zwei Ärzten und einer Pflegerin zeigten, dass die Barrieren zum Schutz des medizinischen Personals von dem Virus im Einzelfall tatsächlich überwunden werden könnten, so Schmidt-Chanasit weiter. In dem betroffenen Gebiet sei es nicht immer möglich, bei der Versorgung der Ebola-Patienten Schutzstandards auf westeuropäischen Niveau zu garantieren. Unter dem infizierten medizinischen Personal waren auch ein Arzt und eine Missionarin aus den USA. Die Missionarin hatte Schutzanzüge in einem Krankenhaus in Liberia desinfiziert.

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es kann unter anderem zu Fieber und schweren Blutungen führen. Ebola wird durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen.

sti/kle (afp, dpa, rtr)