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Global 3000

Nigeria: Die Ölpest im Niger-Delta

Nigeria gehört zu den Ländern mit den größten Erdölvorkommen weltweit, rund 80 Prozent der Staatseinnahmen stammen aus dem Export von Öl und Gas. In Port Harcourt brennt es Tag und Nacht. Mehr als 120 Gasfackeln stehen im Nigerdelta. Die meisten gehören Shell, einem der größten Energie-Unternehmen der Welt. Hier wird das Erdgas verbrannt, das nach oben kommt, wenn Öl gefördert wird.

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Eine billige Methode, um mit dem unerwünschten Nebenprodukt fertig zu werden. Anderswo ist das Abfackeln längst verboten, weil Treibhausgase und krebserregende Schwermetalle freiwerden. Dabei ist das Abfackeln nur eine Begleiterscheinung der Umweltkatastrophe im Delta. Ein Ölfilm liegt auf dem Wasser, Vögel sterben, Fische gibt es hier längst nicht mehr. Klebrige Ölklumpen schwappen auf die Felder, es stinkt nach Petroleum. Über 6000 Kilometer Ölpipelines durchkreuzen das Nigerdelta. Der Großteil ist völlig veraltet. Wegen der Lecks und der immer häufigeren Öldiebstähle kommt es im Durchschnitt fünf Mal pro Woche irgendwo in dem weit verzweigten Netz aus Flüssen zu einer Öl-Havarie. Als die Fische ausblieben, haben sich viele der Menschen im Delta auf einen gefährlichen Job eingelassen: Sie zapfen die maroden Ölleitungen an und stellen mit abenteuerlichen Konstruktionen selbst Benzin her.