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Niet- und nagelfest

Was unterscheidet die Niete vom Nagel? Optisch einiges. Aber nicht nur Handwerker wissen: Beides sind Metalle und halten zusammen, was zusammen gehört. Doch nicht alle Nieten sind auch wirklich zu etwas nütze.

Nieten und Nägel gehören zur Grundausstattung eines jeden Handwerkers. Ohne Nieten und Nägel würde kein Bilderrahmen an der Wand hängen bleiben, Möbelstücke würden in sich zusammenfallen und ohne Nieten stünden wir sogar nackt da. Nieten und Nägel dienen dazu, Dinge zusammenzuhalten. Nur was niet- und nagelfest ist, ist von Dauer.

Enge Verwandte: die Niete und der Nagel

Eine Hand einer Ritterrüstung mit Nieten an den Fingern

Diese Finger sitzen fest!

Doch was unterscheidet die Niete vom Nagel? Beide sind in der Regel kleine Stifte oder Bolzen aus Metall. Der Nagel hat einen kleinen, flachen Kopf. Die Niete wird erst zur Niete, wenn man nietet. Das Wort „nieten“ kommt vom altdeutschen „pihniutit“ und bedeutet „befestigen“. Beim Nieten wird etwas befestigt, indem beide Enden der Niete flach geklopft werden. Dementsprechend lässt sich die Niete auch nicht mehr so leicht entfernen, oft nur mit roher Gewalt.

Außerdem sind Nieten universal einsetzbar. Man findet sie nicht nur beim Handwerk. Sie können sogar ein modisches Accessoire sein. Nietenarmbänder oder –halsbänder sind besonders bei Punks beliebt. Doch auch an Spießern sind Nieten zu finden, wenn sie vielleicht mal Jeans tragen. Früher hießen Jeans sogar Nietenhosen. Doch bis die Niete an die Hose kam, verging eine lange Zeit. Die Methode des Nietens ist seit Beginn der Metallzeit bekannt. Auch die Ägypter haben mit Begeisterung genietet. Die Ritterrüstungen des Mittelalters wurden ebenfalls mit Nieten zusammengehalten.

Die Niete: Fluch oder Segen?

Lose © Klaus Eppele #24173325

Unter all den Losen sind bestimmt einige Nieten dabei

Doch nicht alle Nieten sind zu etwas nütze. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Losbude auf dem Jahrmarkt eine Niete zu ziehen, ist ziemlich groß. Der Begriff „Niete“ kommt aus dem Niederländischen und hat sich im 18. Jahrhundert in Deutschland durchgesetzt. „Niet“ bedeutet auf Niederländisch „nichts“ oder auch „null“. Eine Niete ist ein Los ohne Gewinn. Wer eine Niete zieht, hat also nichts gewonnen.

Viel schlimmer als die Nieten an der Losbude, sind jedoch menschliche Nieten. Diese Nieten bekommen nämlich gar nichts auf die Reihe, auf sie kann man sich nicht verlassen und sie machen nur Probleme. Menschliche Nieten sind echte Nullen oder – neudeutsch – auch Loser. Vorsicht geboten ist vor allem bei den Nieten hinterm Steuer. Wenn sie Auto fahren wird – schwupps – jemand umgenietet.

Der Nagel: die bessere Niete?

Eine rauchende Frau

Auch ein Sargnagel: die Zigarette

Einen besseren Ruf als die Niete hat der Nagel. Mit diesem Urteil habe ich wohl den Nagel auf den Kopf getroffen! Das sagt man, wenn man etwas richtig erkannt oder geschlussfolgert hat. Außerdem ist es immer gut, Nägel mit Köpfen zu machen. Dann macht man eine Sache professionell und ordentlich, man ist entscheidungsfreudig.

Wenn man nicht in der Lage ist, Nägel mit Köpfen zu machen, dann sollte man sein Vorhaben einfach sein lassen und es an den Nagel hängen. Wie einen Job. Denn hängt man redensartlich seinen Job an den Nagel, gibt man ihn auf. Dann zieht man im übertragenen Sinne seine Arbeitskleidung aus, die man ja nicht mehr braucht, und hängt sie auf den Nagel an der Wand. Das ist oft die beste Lösung, denn manchmal kann ein Job, eine Person oder die vielen Zigaretten, die man aus Frust raucht, ein echter Sargnagel sein, etwas, das einen krank macht und im schlimmsten Fall umbringt.

Inspirierend: unsere Fingernägel

Künstliche Fingernägel

Eine Typfrage: künstliche Fingernägel

Mit den Nägeln, die an uns festgewachsen sind, ist es auch immer so eine Sache. Um unsere Fingernägel und Fußnägel zu pflegen, bedarf es allerhand Aufwand. Ein dicker Klecks Nagellack bringt die Schönheit unserer Nägel nicht immer zur Geltung. Weniger Arbeit hat man sicherlich mit künstlichen Fingernägeln. Aber auch die fallen irgendwann einmal ab, besonders wenn es billige Qualität ist.

Und diese künstlichen Fingernägel würden eine Nagelprobe überhaupt nicht bestehen. Denn macht man eine Nagelprobe, prüft man, ob eine Sache etwas taugt. Früher wurde mit einer Nagelprobe überprüft, ob jemand sein Glas auch wirklich ausgetrunken hat. Dann wurde das Glas umgedreht und der letzte Tropfen musste noch auf dem Daumennagel Platz finden. Wenn mehr im Glas übrig war, galt jemand als nicht trinkfest.

Brennende Fingernägel

Kerzenwachs rinnt an einem Ständer runter

Wenn das ein Finger wäre….

Fingernägel spielen noch in einer anderen Redewendung eine Rolle. Zu erfahren in welcher, brennt euch jetzt sicher auf den Nägeln, oder? Mir brennt es jedenfalls auf den Nägeln, zu erklären, was mit „auf den Nägeln brennen“ gemeint ist. Diese Redewendung geht wahrscheinlich auf einen Brauch von Mönchen zurück.

Früher sollen sich Mönche kleine Wachskerzen auf die Daumennägel geklebt haben. So konnten sie bei der Messe besser lesen. Allerdings war das heiße Kerzenwachs auch sehr schmerzhaft, sodass die Mönche hofften, dass der Gottesdienst schnell vorbei geht. Vielleicht hat die Redewendung aber auch einen anderen schmerzhaften Ursprung, denn im Mittelalter wurden Menschen gefoltert, indem ihnen heiße Kohlen auf die Nägel gelegt wurden. Brennt jemandem etwas auf den Nägeln, ist ihm oder ihr etwas sehr wichtig oder es geht um etwas Dringendes.

Optimal: nagelneu und niet- und nagelfest

Im Mittelalter wurde noch nicht so viel Wert auf Nagelpflege gelegt – Nagellack oder künstliche Fingernägel gab es damals noch nicht. Deswegen hatten die Menschen wahrscheinlich eine Menge Dreck unter den Nägeln. Solche schwarzen Nägel müssen schon ziemlich eklig gewesen sein. Und so kam auch die Redewendung zustande, dass man einer Person nicht das Schwarze unter den Nägeln gönnt. Dann ist man sehr neidisch und gesteht dieser Person gar nichts zu – egal ob es sich zum Beispiel um ein neues Auto oder ein neues Handy handelt. Mancher kümmert sich jedoch nicht darum und reißt es sich einfach unter den Nagel. Er nimmt es sich – ohne groß zu fragen. Besonders interessant sind Dinge, die nagelneu sind oder niegelnagelneu oder funkelniegelnagelneu. Das neueste Handymodell zum Beispiel. Wenn derjenige Glück hat, ist es dann auch niet- und nagelfest!





Fragen zum Text

„Er hat Alexander umgenietet“ bedeutet, dass jemand Alexander … hat.
1. übersehen
2. zu Boden geworfen oder getötet
3. betrogen

Ein Sargnagel ist im übertragenen Sinn …
1. eine Person, die jemanden in den Sarg legt und diesen zunagelt.
2. ein Metallstift in einem Sarg.
3. jemand oder etwas, der oder das Ursache für den Tod einer Person ist.

Sich etwas unter den Nagel reißen bedeutet …
1. etwas in seinen Besitz bringen.
2. ein dringendes Bedürfnis haben.
3. etwas verlangen.


Arbeitsauftrag
Was ist Niete und was ist Nagel? Setze ein!

d__ N_____ auf den Kopf treffen
das N_____armband
N_____ mit Köpfen machen
etwas an d__ N_____ hängen
d__ Sargn_____
eine_ N_____ ziehen
die N_____probe
d__ Fuß_____
jemanden umn_____
der N_____lack
die N_____hose
etwas brennt jemanden auf den N_____
die N_____pflege
jemandem nicht das Schwarze unter den N_____ gönnen
das N_____halsband
sich etwas unter d__ N_____ reißen
n_____neu

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