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Aktuell Asien

Niedringhaus-Mörder: Haft statt Todesstrafe

Vor knapp einem Jahr war die deutsche Foto-Journalistin Niedringhaus in Afghanistan ermordet worden. Das höchste Gericht des Landes wandelte die Todesstrafe für den Täter jetzt in 20 Jahre Haft um.

Dies teilte ein von der US-Nachrichtenagentur AP engagierter Rechtsanwalt in Kabul unter Berufung auf Angaben des höchsten afghanischen Gerichts mit. 20 Jahre Gefängnis sind die höchst mögliche Freiheitsstrafe, die in Afghanistan verhängt werden kann. AP und Anja Niedringhaus' kanadische Kollegin Kathy Gannon begrüßten, dass die Richter das Todesurteil aufgehoben haben, zu dem ein Bezirksgericht den Schützen im Sommer 2014 verurteilt hatte.

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Journalistin Anja Niedringhaus wird beigesetzt (12.04.2014)

Sie könne auch im Namen von Niedringhaus sprechen, sie seien keine Anhänger der Todesstrafe, sagte Gannon. Die beiden Frauen waren Anfang April vergangenen Jahres im Auftrag von AP in Afghanistan unterwegs, um über die Präsidentenwahl am Hindukusch zu berichten. In der Unruheprovinz Ghost war am 4. April ein Polizeioffizier namens Naqibullah auf ihr Fahrzeug zugestürmt und hatte unter dem Ruf "Gott ist groß" das Feuer eröffnet.

Die 48-Jährige Niedringhaus wurde tödlich getroffen. Gannon erlitt schwere Verletzungen. Der Schütze hatte sich anschließend seinen Polizeikollegen ergeben. Sein Mordmotiv und mögliche Hintergründe der Tat sind unklar. Vor Gericht hatte der etwa 26-jährige Naqibullah lediglich erklärt, er sei keine "normale Person".

2005 mit dem Pulitzer-Preis geehrt

Anja Niedringhaus war eine der bekanntesten deutschen Kriegsfotografinnen und arbeitete seit mehr als 20 Jahren in Krisengebieten wie Afghanistan, Libyen, dem Irak und Bosnien. Für ihre Aufnahmen aus dem Irak erhielt sie 2005 gemeinsam mit anderen AP-Kollegen den renommierten Pulitzer-Preis. Zudem bekam sie für ihre Arbeit etliche weitere Ehrungen.

Die Stiftung International Women's Media Foundation (IWMF) hat zur Erinnerung an die Reporterin den mit 20.000 Dollar dotierten Anja-Niedringhaus-Preis für mutigen Fotojournalismus ins Leben gerufen. Erste Preisträgerin ist die US-Fotojournalistin Heidi Levine. Sie erhält die Auszeichnung am 25. Juni in Berlin.

wl/se (ape, epd)

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