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Sport

Niederlande ringen Chile nieder

Die Niederländer sichern sich mit einem Erfolg über Chile den Sieg in der Gruppe B. Der gescheiterte Weltmeister Spanien verabschiedet sich von der WM mit einer versöhnlichen Vorstellung gegen Australien.

Die nächsten Glücksgriffe von Bondscoach Louis van Gaal haben Oranje zum Sieg in WM-Gruppe B verholfen. Die Joker Leroy Fer (77. Minute) und Memphis Depay (90.+2) sorgten in Sao Paulo mit ihren Treffern für den 2:0 (0:0)-Sieg der Niederländer im entscheidenden Vorrundenspiel gegen Chile, das trotz der Niederlage als Zweiter ins Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft einzieht. Van Gaals Team genügte vor rund 63.000 Zuschauern über weite Strecken eine unansehnliche Mauertaktik für den dritten Erfolg im dritten Spiel.

Wenig Spektakuläres

Die Top-Partie der Gruppe B zwischen den Niederlanden und Chile begann eher verhalten. Dass die Mannschaften sich mehr zu schonen schienen als auf Tore aus zu sein, lag wohl an der Tabellenkonstellation: Beide Kontrahenten waren schon vor dem Anpfiff für das Achtelfinale qualifiziert und sonderlich viel Ehrgeiz unbedingt als Erster die Vorrunde abzuschließen zeigten sie nicht.

Dier Niederländer Arjen Robben (l.) liegt auf dem Boden, daneben steht der Chilene Gonzalo Jara (r.) (Foto: REUTERS/Paulo)

Einsatzfreudig: Arjen Robben (l.) neben Gonzalo Jara

Es war der Außenseiter aus Chile, der zunächst mehr Spielanteile hatte und mehr Drang zum Tor zeigte. Die Niederländer verlegten sich auf Konter. Erst gegen Ende der ersten 45 Minuten wurden sie gefährlicher, vor allem durch Arjen Roben. In der 39. Minute schoss er nach einem schönen Sololauf von links nur knapp am rechten Pfosten vorbei. Chiles Keeper Claudio Bravo wäre machtlos gewesen. In der 43. Minute spitzelte der Chilene Marcelo Diaz einen Freistoß aus rund 40 Metern auf den Kopf von Felipe Gutierrez, der mit dem Rücken zum Tor den Ball knapp daneben setzte. Wenig Höhepunkte und keine Tore in der ersten Hälfte, es blieb die Hoffnung auf die zweiten 45 Minuten.

Doch auch die begannen nicht gerade spektakulär: Viele kleinere Fouls auf beiden Seiten ließen zunächst keinen richtigen Spielfluss aufkommen. Unverständlicherweise ließ Schiedsrichter Bakary Gassama aus Gambia die Karten lange Zeit stecken und verzichtete auf Verwarnungen, was das Niveau des Spiels nicht verbesserte. Erst nach der 65. Minute gab es einige erwähnenswerte Torraumszenen und es wurde spannender, Tore ließen aber weiter auf sich warten. Dann war es endlich soweit: In der 77. Minute setzte der erst zwei Minuten zuvor eingewechselte Leroy Fer einen perfekten Kopfball aus sieben Metern in die Maschen des chilenischen Tors - ein Einstand nach Maß für den 24-Jährigen. Chile bemühte sich weiter, doch die Niederländer ließen den Gegner nicht mehr richtig zur Entfaltung kommen. Den Schlusspunkt setzte Robben in der Nachspielzeit mit einem schönen Flügellauf und Pass auf Depay, der den Ball aus zwei Metern zum 2:0-Endstand über die Linie drückte.

Nach dem Schlusspfiff zeigte sich Robben im Interview mit der ARD sehr zufrieden: "Wie wir heute wieder gespielt haben, wie wir gekämpft haben, das war richtig gut. Wir haben nichts zugelassen und Chile ist eine richtig gute Mannschaft. Wie wir gespielt haben: sehr gut!" Man habe seine Pflicht erfüllt, sei Erster in der Gruppe und habe drei Spiele gewonnen, hob der Profi des FC Bayern hervor. "Nächste Woche müssen wir wieder voll dabei sein."

Versöhnlicher Abschied des Welt- und Europameisters

Der Spanier David Villa (r.) spitzelt den Ball an Mathew Ryan (2.v.r.) im Kasten der Australier vorbei zum 1:0 ins Tor (Foto: REUTERS/Amr Abdallah Dalsh)

Der Spanier David Villa (r.) spitzelt den Ball am australischen Keeper Mathew Ryan (2.v.r.) vorbei zum 1:0 ins Tor

Unterdessen verabschiedete sich Spanien würdig, aber wenig weltmeisterlich von der Copa do Mundo in Brasilien. Stürmer-Schlitzohr David Villa (36.) mit einem frechen Hackentrick-Tor sowie Fernando Torres (69.) und Juan Mata (82.) verhinderten beim verdienten 3:0 (1:0) gegen Australien eine Komplett-Blamage des frühzeitig entthronten WM-Champions. Die gleich auf sieben Positionen umgebaute Elf dominierte vor rund 39.000 Zuschauern in Curitiba weitgehend das Geschehen gegen den krassen Außenseiter. Aber es war klar, dass wegen derBedeutungslosigkeit dieses Gruppenfinals der letzte Biss und die volle Motivation fehlten. Immerhin: Ihr Ziel, nicht als erster punktloser Titelverteidiger in die WM-Geschichte einzugehen, erreichten die Iberer, für die noch am Abend die Heimreise anstand.

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