1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sprachbar

Nicht auf Sand bauen

Gerne wird abgebaut und umgebaut. Mancher kommt in den Bau oder vom Bau. Wer aus dem Bau kommt, möchte eigentlich nicht mehr in ihn hinein. Auf Sand bauen sollte man nichts. Besondere Bauten sind Luftschlösser.

Gebaut wurde und wird seit Jahrtausenden: die Frühmenschen bauten Behausungen an Flüssen und Wäldern, als sie anfingen, sich niederzulassen und ihre Nahrung selbst anzubauen. Vorher hatten sie in Höhlen gelebt, Tiere gejagt und Pflanzen gesammelt. Etwas bauen bedeutet im ursprünglichen Wortsinn etwas herstellen, aus Vorhandenem etwas anderes, etwas Neues schaffen. Das war und ist in der Menschheitsgeschichte an erster Stelle der Platz zum Wohnen.

Die Baustellen

Eine Baustelle mit mehreren Häusern

Ganz viel einzelne Baustellen

Die Bauten und die Bauweisen haben sich im Lauf der Jahrtausende verändert: Aus Reisig oder Stroh wurden Hütten, später aus Lehm, dann aus Steinen – den Bausteinen – Häuser und Schlösser gebaut. Der Platz dafür war die Baustelle, damals wie heute.

Eine Baustelle ist etwas Unfertiges, etwas, das noch im Aufbau ist. Sagt jemand "Ich habe viele Baustellen", ist damit jedoch nicht gemeint, dass viele Häuser noch im Bau sind. Stattdessen sind damit Probleme gemeint, die nach und nach – bildlich gesehen – abgebaut, also gelöst werden müssen.

Unterschiedliche Bauweisen

Ein Haus des Künstlers Friedrich Hundertwasser im Weinbarg

Ein bauliches Kunstwerk im Weinberg

Mit dem Hütten- und Hausbau gingen der Straßen- und Wegebau sowie der Brückenbau einher. Industriebauten zur Produktion von Gütern wurden errichtet, ebenso Versorgungseinrichtungen wie Kraft- und Wasserwerke. So entstanden allmählich ganze Städte.

Bauausführung, Bauart und Bauweise von Bauten können ganz unterschiedlich sein. Ob Beton-, Ziegel-, Holzbauten: Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, aber längst nicht alle sind für jeden Zweck geeignet.


Vom Bau sein

Eine Bauingenieurin mit einem Vermessungsgerät

Präzision: Bei Bauingenieuren besonders wichtig

Für den Bau braucht man Spezialisten. Ob Hoch- oder Tiefbauingenieure, Bauleiter, Bauaufseher, Baubiologen – allesamt sind sie vom Baufach. Und ist jemand umgangssprachlich vom Bau, dann ist derjenige normalerweise ein Bauarbeiter oder Baufachmann.

Ursprünglich stammt diese Redewendung jedoch laut Röhrichs "Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten" nicht aus dem Bauwesen, sondern aus dem Theaterleben. "Er ist auch vom Bau" sagen Schauspieler über einen Kollegen, den sie als einen der ihren anerkennen.

Bauarbeiter

Symbolbild einer Pyramide mit Sklaven

Von zigtausend Bausklaven erbaut

Doch zurück zur Baustelle: Hier werden nicht nur Planer gebraucht, sondern auch diejenigen, die den Bau errichten, die bereits erwähnten Bauarbeiter. Ohne die geht gar nichts. Bauarbeit ist schwer. Sie galt früher sogar als Strafe.

Für den Bau der Pyramiden wurden im Altertum ganze Heere von Bausklaven verschlissen. In der Neuzeit mussten Gefangene beim Bau von Festungen schuften, in denen sie dann später oftmals selbst einsaßen.



Synonyme

Symbolbild: Zwei goldene Männchen stehen sich gegenüber und halten einen Puzzlestein in der Hand

Wer baut wem die goldene Brücke?

Wahrscheinlich kommt daher auch das Synonym für Gefängnis: Jemand, der in den Bau muss oder im Bau sitzt, ist zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und inhaftiert worden. Auch ein Soldat muss manchmal in den Bau. In der Soldatensprache ist damit die Arrestzelle gemeint.

Bau wird umgangssprachlich auch für Wohnung gebraucht. Wer stets zu Hause hocken muss ist froh, wenn er endlich einmal aus dem Bau heraus kommt – ins Freie, an die Luft. Wie das Tier, das seinen unterirdischen, schützenden Bau verlässt. Der Tierbau ist allerdings nur so lange geschützt, bis er nicht von Feinden entdeckt wird. Wie sich die Angst vor dem Verlust des Schutzes auswirken kann, hat der deutsche Dramatiker Franz Kafka in seiner unvollendeten Erzählung Der Bau meisterhaft dargestellt.

Redewendungen

Ein Fuchs vor seinem Bau

Aus seinem Bau herausgekommen

Ein Tier, das in seinem Bau sitzt, baut seinen Feinden bestimmt keine goldenen Brücken. Diese Redensart bedeutet nämlich, dass man jemandem hilft, bei einem Fehler sein Gesicht zu wahren, ihn nicht bloßzustellen. Hat jemand großen Mist oder sogar umgangssprachlich Scheiße gebaut, dann muss jeder selbst entscheiden, ob er dieser Person noch goldene Brücken bauen oder weiter auf sie bauen, also ihr vertrauen soll.

Hätte diese Person zum Beispiel im Drogen- oder Alkoholrausch einen Unfall gebaut und jemanden schwer verletzt, dann würde man ihr keine goldenen Brücken mehr bauen, denn dem Schwerverletzten könnte sein ganzer Lebensweg verbaut sein, weil er lebenslang im Rollstuhl sitzen müsste.

Verschiedene Bauformen

Braunkohletagebau in Brandenburg

Auch ein Abbau: Braunkohletagebau in Brandenburg

Verbauen. Das Verb bauen mag Präfixe. Ob zu-, ab-, an-,
um-: die Bedeutung ändert sich jedes Mal. Ist ein Gelände zugebaut, dann stehen sehr viele Bauten auf engstem Raum. Abbauen kann ein Mensch geistig oder körperlich, weil er zum Beispiel müde, krank oder alt ist.

Abbauen ist aber auch eine beschönigende Beschreibung für rationalisieren. Manager nutzen gerne den Begriff des Personalabbaus, wenn Stellen gestrichen werden. Oder ein Unternehmen wird umgebaut: es wird dann modernisiert. Auch Hausbesitzer bauen um. Manchmal müssen sie dafür auch anbauen, weil das Haus für den geplanten Umbau zu klein ist.

Luftschlösser bauen

Ein Luftschloss

Wunderschön - aber nur ein Luftschloss

Umgebaut werden können auch Häuser aus Bauklötzen. Besonders Kinder mögen diese bunten Holzsteine, aus denen immer wieder neu Bauwerke entstehen.

Eltern staunen dann nicht selten Bauklötze, wenn sie entdecken, wie phantasievoll ihr Sprössling ist – manchmal sogar zu phantasievoll. Hatte er nicht zuletzt erzählt, dass er auf einem Teppich durch die Luft geflogen ist? Nun ja, er baut halt gerne Luftschlösser. Er sieht sich als großen Magier.


Vorsicht bei Sandbauten

Ein Kind noch, doch bald ein Erwachsener. Und der sollte möglichst nicht auf Sand bauen, Er sollte zum Beispiel nicht an der Börse spekulieren, wenn er das Geld dafür nicht hat, oder nicht heiraten, wenn die Beziehung instabil ist. Es sei denn, er hält es wie diejenigen, die am Strand gerne Burgen aus Sand bauen und die gerne immer wieder von vorne anfangen!



Fragen zum Text

Ist etwas unfertig, dann ist es …

1. am Bauen.

2. beim Aufbau.

3. im Bau.

Ein Haus, das unpraktisch gebaut ist, ist umgangssprachlich …

1. zerbaut.

2. umgebaut.

3. verbaut.

Jemand, der – redensartlich – über etwas sehr verwundert ist, …

1. baut goldene Brücken.

2. staunt Bauklötze.

3. baut Mist.

Arbeitsauftrag

Bei dem Wort bauen beziehungsweise Bau ändert sich die Bedeutung sobald unterschiedliche Präfixe oder Präpositionen verwendet werden. Formulieren Sie in der Gruppe jeder mehrere Lückensätze, in denen die richtigen Formulierungen eingesetzt werden müssen. Tauschen Sie Ihre Texte aus und lösen Sie die Aufgaben.

Autorin: Beatrice Warken

Redaktion: Eva Maria Höttecke

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Downloads