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Sprachbar

Nicht alles ist Dreck

Als Männer noch Jungs waren, wurden sie liebevoll als Dreckspatzen bezeichnet. Heute werden einige dieser ehemaligen Dreckspatzen jedoch als Dreckskerle beschimpft. Gibt es also guten und schlechten Dreck?

Ein Quadfahrer ist im Matsch unterwegs

Was für ein Dreck

Drecki st schlecht. Vor allem in der Sprache. Alle Redewendungen und Wörter, in denen das Wort Dreck oder Schmutz auftaucht, haben eine negative Bedeutung. Wörter wie Dreckspatz oder Schmutzfink sind dabei die absolute Ausnahme. Denn wenn Kinder irgendwohin kleckern, ist das harmlos und irgendwie süß – wenn sie jedoch aus dem gröbsten Dreck heraus sind und als erwachsene Männer so etwas tun, macht sie das völlig unattraktiv.

Dreckskerle: sauber und trotzdem dreckig

Ein Kind spielt mit einem Stock im Dreck

Mal so ordentlich den Stecken in den Dreck stecken

Zu Dreckschleudern werden sie aber damit noch nicht. Es sei denn sie besitzen ein freches Mundwerk und machen sich über andere in übler Weise lustig. Und nicht selten sind solche Männer dann auch Dreckskerle. Ein Dreckskerl kann äußerlich ein durchaus gepflegter Mann sein.

Auch wenn ein Mann schmutzige Gedanken hat und darüber fantasiert, mit wem und wie er am liebsten die Nacht verbringen würde, macht ihn das noch nicht zum Dreckskerl. Ein Dreckskerl wird man erst, wenn man die Gefühle eines anderen, insbesondere einer Frau, zutiefst verletzt. Viele Frauen merken nämlich erst viel zu spät, dass ihre Männer Dreck am Stecken haben. Wenn jemand Dreck am Stecken hat, hat er etwas ausgesprochen Schlimmes getan. Das gleiche gilt natürlich umgekehrt – nur eine "Drecksfrau" gibt es im deutschen Wortschatz nicht.

Den Karren aus dem Dreck ziehen

Ein kleines Wildschwein suhlt sich in einem Dreckloch

Was für eine Wonne, sich so im Dreckloch zu suhlen!

Manchem fällt es in einer solchen Situation, wenn er den Karren in den Dreck gefahren hat, nicht leicht, diesen selbst wieder aus dem Dreck zu ziehen. Es ist ja auch nicht leicht, ein Auto, das im Dreck steckt, ohne fremde Hilfe aus einem Dreckloch zu befreien. Denn jemand, der Dreck am Stecken hat, muss sich anhören: Mach deinen Dreck doch alleine! Das geht mich einen feuchten Dreck an! oder Ich kümmere mich nicht um jeden Dreck!

Also derjenige, der Dreck am Stecken hat, muss damit rechnen, nur noch wie der letzte Dreck behandelt zu werden. Er wird einfach ignoriert. Es kann aber auch zu lautstarken Auseinandersetzungen kommen, bei denen Wörter wie Drecksau, Dreckschwein oder Drecksack fallen. Damit muss man halt rechnen, wenn man sich wie das letzte Stückchen Dreck benimmt.

Einmal Dreckskerl, immer Dreckskerl?

Eine Frau säubert den Boden, auf dem eine große Drecklache ist

Da ist aber ein großer Schmutzkübel ausgeschüttet worden

Im schlimmsten Fall wird anschließend auch in der Öffentlichkeit schmutzige Wäsche gewaschen. Zum Beispiel, wenn der Streit im gemeinsamen Freundeskreis ausgetragen wird. Das endet unter Umständen in einer richtigen Schmutzkampagne – oder wie es in Österreich heißt – in einer Schmutzkübelkampagne.

Bildlich gesehen schütten dabei die Kontrahenten den ganzen angestauten Ärger und Frust mit dem Kübel, dem Eimer, übereinander aus. Der Ruf eines Dreckskerls kann auf diese Weise also dauerhaft beschädigt werden: durch Dreck und Schmutz, den man nicht sehen kann.

Auch ein Problem: sichtbarer Dreck und Schmutz

Ein Paar Turnschuhe, die auf einer Fußmatte mit dem Audruck Welcome stehen

Eine freundliche Schmutzfangmatte

Ärger hat man natürlich auch durch Dreck und Schmutz, den man sehen kann. Und mit dem kommt man am ehesten in Kontakt bei schlechtem Wetter: Wenn ein Mountainbike-Fahrer zum Beispiel bei richtigem Schmuddelwetter unterwegs ist, hat er schnell eine dicke, klebrige Schmutzschicht auf der Kleidung und den Schuhen. Mancher Autofahrer befestigt im Radhaus Schmutzfänger, um bestimmte Teile seines Fahrzeugs zu schützen.

Jedes Schmuddelwetter kann jedoch überstanden werden, wenn man ordentlich ausgerüstet ist. Am besten kauft man sich Kleidung aus Schmutz abweisendem Material! Und das bisschen Schmutz, das noch haften bleibt, reibt man mit einer Schmutzbürste ab. Hartnäckigem Schmutz dagegen muss mit allen Tricks wie etwa Flecklösern oder Bleichmitteln begegnet werden. Gesetze müssen her, wenn es um die Bekämpfung des Drecks von Dreckschleudern wie Industrieanlagen geht, die viele Schadstoffe produzieren und die Umwelt verpesten.


Was ist schlimmer?

Ja, jetzt stellt sich nur noch die Frage, was eigentlich schlimmer ist – Dreck oder Schmutz? Vielleicht ist Dreck ein bisschen dreckiger als Schmutz. Schließlich heißt es ja Dreckskerl und nicht Schmutzkerl. Doch fest steht, dass man sowohl Dreck als auch Schmutz irgendwann entfernen sollte, wenn man kein Dreckspatz sein will. Denn Dreck und Schmutz sieht man immer – sogar in der Finsternis. Wie lautet ein überliefertes Sprichwort aus Suriname? Die Finsternis verbirgt den Schmutz nicht.



Fragen zum Text

Nicht richtig ist der Ausruf:

1. Du Dreckskerl!
2. Du Dreckskerlin!
3. Du Drecksau!

Den Karren wieder aus dem Dreck ziehen bedeutet, dass …
1. man einen Ausweg aus einer verfahrenen Situation findet.
2. man mit dem Auto eine Panne hatte.
3. man einen Abschleppservice ruft.

Mit einer Schmutzkampagne …
1. wirbt man für mehr Körperpflege.
2. fordern Umweltschützer die Wirtschaft auf, sich stärker für den Umweltschutz einzusetzen.
3. zerstört man den Ruf einer Person oder Institution.


Arbeitsauftrag
Die Menschen sind richtige Schmutzfinken, denn sie verschmutzen die Umwelt. Doch was kann man gegen Umweltverschmutzung tun? Nutze den Imperativ und formuliere Regeln mit dem Ziel, Umweltverschmutzung zu vermeiden.

Autor: Felix Forberg
Redaktion: Beatrice Warken

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