Nicaragua plant neuen Kanal mit Hilfe aus China | Aktuell Wirtschaft | DW | 14.06.2013
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Wirtschaft

Nicaragua plant neuen Kanal mit Hilfe aus China

Die Idee ist so alt wie Nicaragua selbst, nun winkte das Parlament in Managua das umstrittene Mega-Projekt durch: Ein neuer Kanal zwischen Atlantik und Pazifik. Die führende Rolle dabei spielen die Chinesen.

Die Konzession für die HKND Group in Hongkong läuft für ein halbes Jahrhundert und betrifft Entwicklung, Bau und Betrieb der neuen, großen Wasserstraße: Mit chinesischer Hilfe will Nicaragua den Kanal errichten. Die Nationalversammlung in Managua billigte die Vergabe mit großer Mehrheit. Die große Hoffnung des armen mittelamerikanischen Landes: Von dem Riesenprojekt sollen alle Branchen profitieren und es soll viele neue Arbeitsplätze geben.

Nicaragua will dem Panama-Kanal Konkurrenz machen. Die Regierung des Ex-Revolutionärs Daniel Ortega rechnet bereits während der Bauphase mit einem kräftigen Wirtschaftsaufschwung. Später soll der Kanal Millionen an Gebühren in die Staatskasse spülen.

Neben der Verbindung auf dem Wasser sind eine Eisenbahnlinie, eine Ölpipeline, zwei Häfen und ein Flughafen geplant. Für den Bau werden 40 Milliarden US-Dollar (30,3 Miilarden Euro) veranschlagt. Der Hongkonger Konzern - geleitet von dem Pekinger Telekommunikationsunternehmer Wang Jing - soll 49 Prozent der Aktien halten, der Staat Nicaragua 51 Prozent.

Ausverkauf an die Chinesen?

Massiver Widerstand kommt ungeachtet des erwarteten wirtschaftlichen Frühlings von der Opposition. Fraktionschef Eduardo Montealegre von der Liberalen Allianz kritisierte das Gesetz als verfassungswidrig, betrügerisch und schädlich für die Interessen Nicaraguas. "Ohne vorherige Prüfung und nach eintägiger Beratung will die Regierung einer ausländischen und unbekannten Firma die Konzession erteilen", beklagte Montealegre.

Auch Dissidenten der Sandinisten von Präsident Ortegas verurteilten das Großprojekt. Ortega und der Unternehmer Wang wollten sich "nur bereichern", so ihre Ablehnung. Auf den Transparenten der Demonstranten vor dem Parlament war zu lesen: "Ortega verkauft das Vaterland" und "Freies Nicaragua".

SC/haz (dap, afpe, rtre)