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Politik

NGOs präsentieren alternatives Klimakonzept

Umweltorganisationen haben einen eigenen Entwurf für ein neues globales Klima-Abkommen ausgearbeitet. Sie präsentierten ihren Text bei der Klima-Konferenz der Vereinten Nationen in Bonn.

Ein Greenpeace-Aktivist mit einer Bombenattrappe vor dem Kanzleramt in Berlin. (Foto: AP)

Greenpeace-Proteste im März vor dem Kanzleramt in Berlin

Das 140 Seiten umfassende Dokument wurde unter anderen von Greenpeace, WWF, Germanwatch, IndyACT - the League of Independent Activists, David Suzuki Foundation, National Ecological Centre of Ukraine und vielen weiteren Experten aus der ganzen Welt erstellt.

"Messlatte für die Welt"

Sprecher der Organisationen erklärten am Montag (08.06.2009) bei der Vorstellung ihres Papiers in Bonn, der alternative Vorschlag sei "eine Messlatte" für die Bundesregierung und alle anderen Staaten. Mit dem eigenen Entwurf für ein Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls wollten sie zwischen den Klimaschutz-Interessen armer und reicher Nationen vermitteln.

Reiche Länder in der Pflicht

Zwei Bauern auf Dürre-Feld in Chinas südöstlicher Provinz Fujian (Foto: AP)

Dürre in Chinas südöstlicher Provinz Fujian

Der Entwurf nimmt - um eine Reduzierung der Klima-schädlichen Kohlendioxid-Emissionen zu erreichen - vor allem die Industrieländer einschließlich den USA in die Pflicht. Sie sollen ihren Treibhausgas-Ausstoß als Gruppe um mindestens 40 Prozent bis 2020 und um mindestens 95 Prozent bis 2050 (jeweils im Vergleich zu 1990) mindern. Auch Entwicklungsländer sollen einen Beitrag leisten. Besonders gefährdete Regionen sollen bei der Anpassung an den Klimawandel unter anderem durch verlässliche Finanzzusagen unterstützt werden.

Regine Günther, die Leiterin Klimaschutz bei WWF-Deutschland. (Foto: dpa)

Regine Günther, Leiterin Klimaschutz WWF-Deutschland (Archivfoto)

"Der gemeinsame Entwurf zeigt, wie ein faires, rechtsverbindliches und wissenschaftsbasiertes Abkommen im Dezember in Kopenhagen erreicht werden kann und wie wir die Welt vor den katastrophalen Folgen des Klimawandels bewahren können", erklärte Regine Günther vom WWF Deutschland. Christoph Bals von Germanwatch ergänzte, die Kopenhagener Vereinbarung "kann der Startpunkt für massive Investitionen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Anpassungstechnologien sein". Dies wäre ein wichtiger Schritt, um gemeinsam die Klimakrise, die Wirtschaftskrise und die drohende Energiepreiskrise zu bekämpfen.

20 Millionen Flüchtlinge

Internationale Hilfsorganisationen weisen darauf hin, dass vom globalen Klimawandel immer mehr Menschen betroffen sind. Allein 2008 seien durch Hochwasser, Dürren und Stürme rund 20 Millionen Menschen obdachlos geworden und aus ihren Heimatregionen geflüchtet, berichteten Vertreter von 18 UN- und Nichtregierungsorganisationen in Bonn auf der UN-Klimakonferenz.

Die Stadt Turiacu im Nordosten Brasiliens steht unter Wasser. (Foto: AP)

Die brasilianische Stadt Turiacu im Mai dieses Jahres

Außerdem ist die Zahl der von Naturkatastrophen direkt betroffenen Menschen im vergangenen Jahrzehnt rasant gestiegen. Derzeit seien durchschnittlich 221 Millionen Menschen jedes Jahr direkt betroffen. Die humanitären Herausforderungen durch den Klimawandel seien immens, betonte der UN-Koordinator für humanitäre Aufgaben, John Holmes.

Noch bis zum 12. Juni beraten in Bonn mehr als 3.000 Teilnehmer aus aller Welt über das neue Klimaschutzabkommen, das im Dezember in Kopenhagen als Nachfolgepakt des Kyoto-Protokolls beschlossen werden soll. (se/hp/dpa/kna/afp)

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