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Aktuell Amerika

New Yorker Ebola-Patient wird geheilt entlassen

Ein an Ebola erkrankter New Yorker Arzt wird als geheilt aus dem Krankenhaus entlassen. Damit gibt es in den USA momentan keinen Fall der Krankheit mehr. Westafrika dagegen beklagt immer mehr Opfer.

Der Einsatz für Ebola-Patienten im westafrikanischen Krisenstaat Guinea hätte für den Arzt Craig Spencer beinahe das Todesurteil bedeutet - und für zahlreiche seiner Kontaktpersonen ebenfalls. Nach seiner Rückkehr von einem Einsatz für die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" (MSF) waren bei Spencer Ebola-typische Symptome diagnostiziert worden.

Debatte über Schutz vor Ebola

Der Fall des 33-jährigen Mediziners hatte in den USA großes Aufsehen erregt. Spencer war nach seiner Rückkehr noch U-Bahn und Taxi gefahren und hatte eine Bowlingbahn besucht. Das hatte zu hitzigen Debatten über den Schutz vor einer Ausbreitung der häufig tödlichen Virus-Krankheit geführt.

Mehrere Bundesstaaten ordneten daraufhin an, dass aus den westafrikanischen Ebola-Krisenländern Sierra Leone, Liberia und Guinea heimkehrende Helfer für 21 Tage in Quarantäne müssen. So lange dauert es längstens, bis Ebola bei einem Infizierten ausbricht. Diese Regelung stieß unter anderem bei den Vereinten Nationen auf Kritik. Die UN befürchteten, dass dadurch Freiwillige für den Kampf gegen Ebola abgeschreckt werden könnten.

New York USA Infoblatt Ebola

Aufklärung über Ebola ist wichtig, damit in der Bevölkerung keine Panik entsteht

Behandlung erfolgreich

Bei Craig Spencer war am 23. Oktober der Virus festgestellt worden. Der Arzt wurde daraufhin in einer speziell konstruierten Isolierstation des Bellevue Hospitals in Manhattan (Artikelbild) versorgt.

Nachdem die behandelnden Mediziner seinen Gesundheitszustand zunächst als "ernst" bezeichnet hatten, schlug die "intensive Therapie" offenbar an und sein Zustand konnte stabilisiert werden. Nach Angaben des Krankenhauses hat sich keine seiner Kontaktpersonen bei ihm angesteckt.

Ebola wütet weiter

Während die USA nach der Genesung des erkrankten Mediziners sich als Ebola-frei bezeichnen, berichten Helfer aus den Ebola-Ländern in Westafrika von dramatischen Zuständen. Zwar steige etwa in Liberia die Zahl der Patienten weniger stark als bisher. Doch sei die Epidemie in dem am schwersten getroffenen Staat "alles andere als vorüber", so die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen". Überall im Land komme es zu neuen Krankheitsausbrüchen.

Immer hin sei die internationale Hilfe nun angelaufen, berichtete MSF-Koordinator Fazil Tezera. Jetzt gehe es verstärkt darum, flexibel zu sein, "um auf neue Ausbrüche schnell reagieren zu können und das reguläre Gesundheitssystem trotz Ebola wieder funktionsfähig zu machen".

Die Weltgesundheitsorganisation WHO beziffert die Zahl der Ebola-Fälle in Westafrika insgesamt mittlerweile auf mehr als 13.200. Fast 5000 Patienten starben offiziellen Angaben zufolge an dem Virus.

Impfstoff wird in Deutschland getestet

Am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) in Hamburg beginnen Forscher zum ersten Mal mit der Erprobung eines Ebola-Impfstoffes an Menschen. Er solle in den nächsten sechs Monaten an zunächst 30 Freiwilligen getestet werden, teilte das Klinikum am Montag mit. Tests an Tieren seien erfolgreich verlaufen.

Der von der WHO zur Verfügung gestellte Wirkstoff rVSV-ZEBOV" bestehe aus einem ungefährlichen Trägervirus, in den ein kleiner Baustein aus dem Ebola-Virus eingebaut sei, erklärte die Leiterin der Studie, die Tropenmedizinerin Marylyn Addo. "Es besteht daher kein Risiko, dass sich die Probanden durch den Impfstoff mit Ebola infizieren können." Er soll bereits nach einer einzigen Dosis schützen. Sofern alle Erprobungsphasen erfolgreich sein sollten, hoffe man auf einen Einsatz des Impfstoffes ab Herbst 2015, so eine UKE-Sprecherin.

mak/wl (dpa, ap, afp)