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Amerika

"New Yorker" bricht seine Tradition - und gibt eine Wahlempfehlung

Rund eine Woche vor der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten hat das US-Magazin "New Yorker" mit seiner Tradition gebrochen und erstmals in seiner 80-jährigen Geschichte zur Wahl eines Kandidaten aufgerufen. In einem langen Leitartikel erklärte die angesehene Zeitschrift am Montag (25.10.2004), warum sie den Demokraten John Kerry für den besseren Präsidenten halte. Kerry biete in allen entscheidenden Bereichen eine klare Alternative zu der "merkwürdigen Mischung aus Selbstgefälligkeit, Radikalismus und Volksverhetzung", für die der amtierende Präsident George W. Bush stehe. "Er ist ganz einfach die bessere Wahl."

An Bushs Regierungszeit ließ das Magazin dagegen kein gutes Haar: "Seine Bilanz ist eine Bilanz des Versagens, der Arroganz und - was sehr auffällig ist für ein Team, das sich einer starken Professionalität rühmt - der Inkompetenz." Der Republikaner lebe "in einer selbstgeschaffenen Blase der Selbstbestätigung, die sich auf den Glauben stützt". Der Herausgeber des "New Yorker", David Remnick, sagte der US-Zeitung "Washington Post", er sehe kein Problem darin, dass das Magazin nun mit seiner Tradition breche. Eine Zeitschrift sei "kein Museum", sondern entwickle sich mit der Zeit. Die Sprecherin des Magazins, Perri Dorset, sagte, die Redaktion habe das Gefühl gehabt, zu einer wichtigen Wahl Stellung beziehen zu müssen.