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Aktuell Amerika

New York-Marathon abgesagt

Der Marathon in New York gehört zu den weltweit größten Sportereignissen. In diesem Jahr werden jedoch keine Läufer an den Start gehen. Angesichts der Zerstörung durch den Sturm "Sandy" wurde der Lauf abgesagt.

Nach den Auswirkungen des Wirbelsturms "Sandy" würde ein Schatten über dem Rennen liegen, sagte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg. Im Übrigen hätten erste Überlegungen, den Lauf doch zu starten, zu Streit geführt. Diesen könne man aber in der derzeitigen Situation nicht gebrauchen. Wichtig sei Hilfe für die Menschen. Deswegen habe man sich zu der Absage des Marathons entschieden, erklärte Bloomberg und stellte klar: Einen Ausweichtermin in diesem Jahr werde es nicht geben.

Tausende waren schon angereist

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Helfen statt Laufen: New York sagt Marathon ab

Zu dem Lauf waren mehr als 40.000 Läufer erwartet worden. Viele von ihnen waren bereits in die US-Metropole an der Ostküste gereist. Bürgermeister Bloomberg hatte zunächst eigentlich an seinen Plänen festhalten wollen, den Marathon trotz der Sturm-Schäden durchzuführen.

Er hatte unter anderem auf die wirtschaftliche Bedeutung verwiesen und erklärt, durch den Lauf würden nach den Schätzungen der Veranstalter rund 340 Millionen Dollar an Einnahmen in der Stadt bleiben. Einige Bürger hatten allerdings ihren Unmut geäußert, weil sie fürchteten, dass Helfer für den Marathon abgezogen werden könnten, die dann bei der Bekämpfung der "Sandy"-Folgen fehlen würden.

Der New Yorker Marathon wird seit 1970 durchgeführt. Bislang hatte er jedes Jahr stattgefunden - auch 2001, nur wenige Wochen nach den verheerenden Terroranschlägen vom 11. September.

Kältewelle bedroht betroffene Regionen

Menschen warten auf Benzin vor einer Tankstelle in New York (Foto: Reuters)

An vielen Tankstellen bildeten sich kilometerlange Schlangen

Unterdessen werden die Bergungs- und Wiederaufbauarbeiten in der Millionenstadt wie auch in anderen Teilen der nordöstlichen USA weiter durch Stromausfälle behindert. Sorge machte angesichts der unterbrochenen Heizöl-Lieferungen ein vorhergesagter Kälteeinbruch. Dieser soll im Großraum New York voraussichtlich Anfang kommender Woche die Temperaturen auf zwei bis drei Grad Celsius sinken lassen. Im Nordwesten der USA sind 5,8 Millionen Haushalte vom Heizöl abhängig. Es ist der weltweit größte Heizölmarkt.

Wann wieder Nachschub eintreffen würde, ist noch unklar. Die Regierung in Washington versucht, die Öl-Knappheit zu mildern, indem sie strategische Reserven freigibt. Allerdings können die Öl-Terminals, wo normalerweise die Tanker entladen werden, wegen des Stromausfalls nicht arbeiten. Probleme gibt es auch mit der Benzinversorgung: An vielen Tankstellen bildeten sich kilometerlange Schlangen. Wartezeiten von zwei Stunden und mehr waren keine Seltenheit. In mindestens zwei wichtigen Raffinerien in New Jersey ruht die Arbeit wegen Überflutung.

Benefizkonzert für die Opfer

US-Präsident Barack Obama ordnete Benzinlieferungen in die Katastrophengebiete an. Das Verteidigungsministerium wurde angewiesen, gut 80 Millionen Liter an bleifreiem Benzin und Diesel aufzukaufen und auszuliefern. Darüber hinaus haben noch 2,5 Millionen Haushalte und Geschäfte an der Ostküste keinen Strom. Die Stromversorgung wird sich wohl erst im Lauf der kommenden Woche verbessern. In mindestens zwei wichtigen Raffinerien in New Jersey ruht allerdings die Arbeit wegen Überflutung.

Unterdessen sammelten zahlreiche Musiker mit einem Benefizkonzert Spenden für die Opfer des Sturms. An der Veranstaltung nahmen Musiker wie Bruce Springsteen, Jon Bon Jovi, Sting und Christina Aguilera Teil. Das Konzert wurde von mehreren US-Sendern übertragen. Viele der Musiker auf der Bühne hatten eine persönliche Verbindung zu den von dem Sturm verwüsteten Staaten New York und New Jersey. Der Erlös sollte dem Roten Kreuz und anderen Hilfsorganisationen zugutekommen.

Jon Bon Jovi spielt im Benefizkonzert für die Opfer des Sturms Sandy (Foto:NBC, Heidi Gutman/AP/dapd)

Zahlreiche Musiker wie Jon Bon Jovi spielten beim Benefizkonzert

Spur der Verwüstung

"Sandy" war Anfang der Woche auf einer Breite von mehreren hundert Kilometern auf die Ostküste der USA getroffen. Überschwemmungen, Stromausfälle und zerstörte Häuser sind die Folge. Die wirtschaftlichen Folgen werden auf 50 Milliarden Dollar geschätzt. Vielerorts fehlen noch immer Strom und Benzin. Die Zahl der durch den Sturm getöteten Menschen stieg auf mehr als hundert.

GD/haz/kle/hp (sid, dpa, afp, rtr, dapd)

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