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Aktuell Amerika

New York kommt wieder auf die Beine

Nach dem verheerenden Wirbelsturm "Sandy" versucht die US-Ostküste zur Normalität zurückzukehren. Angesichts der immensen Schäden an Gebäuden und Infrastruktur kein leichtes Unterfangen. Erste Flughäfen öffneten wieder.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sprach von dem vielleicht schlimmsten Sturm, der die Region jemals heimgesucht hat. Die Bilder der Verwüstung erinnerten ihn an das Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Gouverneur des ebenfalls schwer gebeutelten Bundesstaates New Jersey, Chris Christie, sagte, "die Zerstörung ist unvorstellbar". Präsident Barack Obama besuchte das Katastrophengebiet in Atlantic City. Gemeinsam mit dem republikanischen Gouverneur Christie machte er sich vor Ort ein Bild von der Lage.

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Wasser, Feuer, Trümmer: Die Folgen von Sturm Sandy

Die Sachschäden dürften nach ersten vorsichtigen Schätzungen von Wirtschaftsfachleuten bis zu 20 Milliarden Dollar (rund 15,5 Milliarden Euro) betragen. Das US-Verkehrsministerium gibt allein für New York zehn Millionen Dollar (7,7 Millionen Euro) Soforthilfe für Reparaturen an Straßen, Brücken und U-Bahn-Tunneln, wie die Behörde mitteilte.

Vonm Sturm verschobenes Haus an der US-Ostküste (Foto: reuters)

Wie Streichhölzer hat der Sturm so manches Haus umgeweht

Zahl der Todesopfer steigt

Einen Tag nach dem Durchzug des Sturms wird das Ausmaß der Zerstörung immer deutlicher. Die Zahl der Todesopfer stieg weiter an: Mindestens 65 Menschen seien ums Leben gekommen, weitere würden noch vermisst, teilten die Behörden mit. Allein 22 Menschen starben in der Millionenmetropole New York. Die Region bemüht sich trotz der großen Schäden um eine allmähliche Rückkehr zur Normalität. Zahlreiche Gebäude, Straßen und U-Bahnschächte stehen weiter unter Wasser, Strom-Überlandleitungen sind zerstört oder schwer beschädigt. Mehrere Millionen Menschen sind weiterhin von der Stromversorgung abgeschnitten. Sie müssen möglicherweise noch bis zu einer Woche auf elektrisches Licht und warmes Wasser verzichten. Vielerorts fielen die Mobilfunkdienste aus. Einige Notrufdienste waren ebenfalls betroffen.

Eingeschränkter Luftverkehr ab New York

Mit dem John F. Kennedy Airport und dem internationalen Flughafen von Newark haben zwei der drei wichtigsten Flughäfen im Großraum der Stadt ihren Betrieb in begrenztem Umfang wieder aufgenommen. Der Flughafen La Guardia bleibt laut Behörden geschlossen. Problematisch für viele Reisende dürfte angesichts des schwer getroffenen öffentlichen Nahverkehrs die Anreise zum Flughafen werden. Informationen darüber, welche Flüge stattfinden, sind besonders in den von Stromausfällen betroffenen Gebieten nur schwer zu beschaffen. Wegen des Sturms wurden bislang fast 16.000 Flüge gestrichen.

Der Bahnbetreiber Amtrak will ebenfalls auf den wichtigsten Strecken wieder fahren. Die Fähren zwischen New York und New Jersey sind teilweise wieder im Einsatz. Zumindest einige Buslinien haben ihren Betrieb wieder aufgenommen.

U-Bahn-Betrieb in weiter Ferne

Wann allerdings die durch Überflutungen lahmgelegte New Yorker U-Bahn, die werktags 5,3 Millionen Menschen befördert, wieder fahren wird ist offen. Laut Bürgermeister Bloomberg kann es noch tagelang dauern, bis die mit Salzwasser vollgelaufenen U-Bahn-Schächte trockengelegt sind und einer Sicherheitsprüfung unterzogen wurden.

Präsident Obama reiste ins Katastrophengebiet nach Atlantic City (foto:AP/dapd)

Präsident Barack Obama reiste ins Katastrophengebiet nach Atlantic City

Wall Street handelt wieder - Marathon findet statt

Die Börsen an der Wall Street nahmen nach zweitägiger Zwangspause den Betrieb wieder auf. Bürgermeister Michael Bloomberg ließ es sich nicht nehmen, die Eröffnungsglocke im Handelssaal der traditionsreichen Stock Exchange selbst zu läuten.

Der New-York-Marathon, jedes Jahr ein Riesenvolksfest, soll am Sonntag auf jeden Fall stattfinden, ungeachtet der Zerstörungen und organisatorischen Probleme. Der Marathon sei immer ein "Symbol der Lebensfreude und des Durchhaltevermögens der New Yorker" gewesen, meinte Renn-Chefin Mary Wittenberg. Vor allem die Hobby-Athleten aus Übersee könnten in Not kommen, mit ihrer Anreise und ihrer Unterbringung.

Sturm "Sandy" bewegt sich unterdessen weiter nach Norden. Nach Berechnungen der Meteorologen soll der Wirbelsturm an diesem Mittwoch Kanada erreichen, allerdings deutlich abgeschwächt. In den Höhenlagen der Appalachen in West Virginia brachte das Unwetter bereits bis zu einen Meter Schnee. Für das Gebiet der Großen Seen im Großraum Chicago warnten die Behörden vor Schneestürmen und Überschwemmungen

qu/sc (dpa, dapd, rtr, afp)

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