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Kultur

New Orleans feiert Karneval

Die Einwohner von New Orleans haben sich den ersten Karneval nach dem verheerenden Hurrikan "Katrina" vor sechs Monaten nicht verderben lassen und begeistert Mardi Gras gefeiert. Es gab aber auch Kritik.

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Großer Auftritt im French Quarter

Mardi Gras

"Das war gar keine Frage", sagte der 75 Jahre alte Pete Fountain. "Wir haben uns getroffen, und alle wollten marschieren". Mardi Gras sei schließlich mehr als nur eine Party, betonte auch Monk Boudreaux: Das Fest "liegt uns im Blut". Die Feiern in der noch immer von dem verheerenden Wirbelsturm gezeichneten Stadt fielen dennoch kleiner aus als in den vergangenen Jahren. Nur rund jedes dritte Restaurant hatte geöffnet, statt wie gewohnt rund 25.000 waren nur 15.000 Hotelbetten belegt. In einigen waren zudem Bauarbeiter und Bewohner untergebracht, die durch den Hurrikan ihre Wohnungen verloren haben.

Katastrophe auf die Schippe genommen

Mardi Gras in New Orleans

Nur wenige Kilometer entfernt vom bunten Treiben, das am Dienstag (28.2.2006) nach mehreren Tagen seinen Höhepunkt hatte, ist das Wasser zwar verschwunden, aber die Trümmer sind geblieben. Trotz der Katastrophe wurde sogar der Hurrikan selbst auf die Schippe genommen: Auf einer Karnevalsmodenschau am Montag etwa trugen die "Models" Kleidung aus blauen Plastikplanen, wie sie überall auf zerstörten Dächern zu sehen sind.

"Das ist lächerlich"

Einige der "Katrina"-Opfer kritisierten die ausgelassenen Feiern als unangemessen. "Ich kann nicht nach Hause gehen, aber die können eine Parade haben? Das ist lächerlich", sagte Samuel Spears, der nach dem Wirbelsturm nach Houston geflüchtet war. Schon in den Tagen vor Mardi Gras (fetter Dienstag) zogen Gruppen mit Festwagen durch die Stadt.

Umstrittenes Fest

Blanche Debris

Im vergangenen August war "Katrina" über die Golfküste der USA gefegt. Weite Teile von New Orleans wurden überflutet. Seitdem ist die Hälfte der ursprünglich rund 500.000 Bewohner in die Stadt zurückgekehrt. Es war umstritten, ob die 150-jährige Karnevalstradition in diesem Jahr weitergeführt werden sollte. Die Tradition geht zurück auf das Jahr 1873 und ist eine Attraktion für Einheimische und Touristen. (kap)

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