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Neustart für den ADAC

Europas größter Automobilklub hat ein Krisenjahr hinter sich. Nun will sich der ADAC neu aufstellen und Vertrauen zurückgewinnen: Er soll in drei Bereiche aufgeteilt werden - um den Vereinsstatus nicht zu verlieren.

Einstimmig haben die rund 190 ADAC-Delegierten in München das Programm "Reform für Vertrauen" angenommen. Im Kern will Europas größter Automobilclub mit knapp 19 Millionen Mitgliedern ein Verein bleiben und an der Pannenhilfe sowie anderen Serviceleistungen für Auto- und Motorradfahrer festhalten. Zugleich will er seine wirtschaftlichen Aktivitäten in eine Aktiengesellschaft ausgliedern, um für transparentere Strukturen zu sorgen. Nach Angaben eines ADAC-Sprechers wird der Umbau mindestens das gesamte kommende Jahr dauern, endgültig abgeschlossen werde er womöglich erst im Jahr 2016.

Künftig wird der ADAC seine Arbeit in ein Drei-Säulen-Modell gliedern. Die erste Säule ist die Vereinstätigkeit, in der etwa die Pannenhilfe und der Motorsport untergebracht werden. Die zweite Säule ist eine Aktiengesellschaft, die die Wirtschaftsaktivitäten verantwortet.

Die dritte Säule wird eine Stiftung, in welcher der ADAC seine gemeinnützigen Aktivitäten bündeln will. Die Stiftung soll 25 Prozent der Anteile der AG halten und damit eine Sperrminorität haben. Dies soll eine klarere Trennung zwischen Vereinsaktivität und wirtschaftlicher Tätigkeit ermöglichen und Interessenkonflikte ausräumen. Zugleich soll so sichergestellt werden, dass der Automobilclub seinen steuersparenden Vereinsstatus behält. Dieser wird derzeit vom Münchner Amtsgericht überprüft.

Markl zum neuen Präsidenten gewählt

Nach Bekanntwerden der

Fälschungen beim Autopreis "Gelber Engel"

und anderen Enthüllungen wie der

zweckwidrigen Nutzung von Rettungshubschraubern

war der ADAC in eine tiefe Vertrauenskrise gestürzt. Präsident Peter Meyer war im Zuge der Skandalserie zurückgetreten. Sein kommissarischer Nachfolger wurde im Amt bestätigt: August Markl erhielt 180 von 218 Stimmen, einen Gegenkandidaten gab es nicht.

Das Reformprogramm "ist die sehr ambitionierte und ernst gemeinte Anstrengung des gesamten ADAC, sein früheres Ansehen zurückzugewinnen", erklärte Markl in München. Zur Sicherung seiner Wettbewerbsfähigkeit sei der ADAC auch künftig auf wirtschaftliche Aktivitäten angewiesen. "Aber er muss sie stärker vom Verein und seinen Aktivitäten trennen."

ab/rb (afp, dpa)