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Welt

Neupane: Panik und Chaos nach neuem Beben

Einen Tag nach dem schweren Erdbeben in Nepal wird das asiatische Land von weiteren heftigen Beben erschüttert. Für die Menschen sei die Lage schwierig, sagte Journalistin Neupane im DW-Interview.

Deutsche Welle: Wo haben die Menschen die Nacht verbracht nach dem schweren Beben der Stärke 7,8 am Samstag, das große Schäden an den Gebäuden angerichtet hat?

Shiwani Neupane: Die meisten Menschen mussten draußen schlafen. Viele verbrachten die kalte Nacht auf öffentlichen Plätzen, im Zentrum von Kathmandu. Andere campierten irgendwo außerhalb, wo sie eine Rasenfläche finden konnten. Nur wenige konnten in Häusern schlafen - auch ich konnte drinnen schlafen.

Mehr als 20 Nachbeben gab es seit dem Hauptbeben am Samstagmittag in Kathmandu und der Umgebung. Was für Auswirkungen haben die neuen Erdstöße noch?

Beim letzten schweren Nachbeben, das eine Stärke von 6,7 hatte, war ich auf der Straße.

Shiwani Neupane

Shiwani Neupane arbeitet als Journalistin in Nepal

Zu dem Zeitpunkt hatten viele Leute geglaubt, dass das Schlimmste vorbei sei und sie in ihre Häuser zurückkehren könnten. Als dann wieder die Erde so stark bebte, gab es Panik und Chaos. Die Menschen, einige mit kleinen Kindern, fingen an zu schreien und rannten auf freie Flächen. Sie campieren nun immer noch draußen und haben zunehmend Angst vor weiteren kräftigen Beben.

Die Medien in Nepal berichten, dass bei diesem kräftigen Nachbeben möglicherweise weitere Hunderte Menschen ums Leben kamen, da es in der Nähe des Epizentrums Erdrutsche gab. Das "zweite Beben" - wie es die viele Menschen nennen – hat auch die Statik vieler Gebäude so zerstört, dass viele Häuser, die nach dem ersten Beben nur beschädigt waren, jetzt eingestürzt sind.

Wie haben die Behörden auf das erste Beben der Stärke 7,8 reagiert?

Die Behörden versuchen ihr Möglichstes. Ärzte und Schwestern kümmern sich um Kranke und Verletzte. Sie arbeiten oftmals bis zur Erschöpfung. Aber viele Menschen sind in eingestürzten Gebäuden gefangen und verschüttet. Alle hier sind Opfer der Katastrophe und die meisten Menschen wollen zunächst ihrer Familie und ihren Freunden helfen.

Womit haben die Such- und Rettungsmannschaften am meisten zu kämpfen?

Nepal Schweres Nachbeben nach Erdbeben in Kathmamdu

Die Menschen trauen sich nicht in die Häuser zurück.

Die Nachbeben, deren Schäden und das Chaos sind zurzeit die größten Hindernisse für die Helfer. Viele Straßen sind wieder freigeräumt, so dass die Rettungsmannschaften nicht nur die Verletzten erreichen, sondern auch in andere betroffene Regionen fahren können. Das gilt aber nicht für Regionen nahe dem Epizentrum, wie etwa Kaski, Gorkha, Lamjung, wo es ebenfalls schwere Schäden gibt.

Ist die internationale Hilfe angelaufen und erreicht sie die Menschen?

Indien ist sehr engagiert und stellt Hilfe und Güter bereit. Flugzeuge und Hubschrauber landen, um die Hilfsgüter ins Land zu bringen. Unsere indischen Nachbarn haben uns auch ihr Beileid und Mitgefühl ausgedrückt. Die Schäden hier sind sehr groß, insbesondere in den Dörfern rund um Kathmandu. Es wird noch viel mehr Hilfe in den kommenden Tagen geleistet werden. Die Frage ist, kommt sie auch?

Die Journalistin und Autorin Shiwani Neupane aus Nepal lebt zurzeit in Kathmandu. Sie hat die Webseite "Story of South Asia" ins Leben gerufen, die aus und über die Region berichtet.

Das Interview führte Gabriel Dominguez.

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