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Adventskalender

Neunerlei

Das Neunerlei ist ein alter Weihnachtsbrauch, der zum Beispiel im Erzgebirge, einer Region im Südosten von Deutschland bekannt ist.

Eine verschneite Landschaft mit Tannen im Erzgebirge

Im kalten Erzgebirge isst man gerne deftig

Neunerlei ist der Begriff für ein Weihnachtsessen, das aus neun Gerichten besteht und am 24. Dezember abends gegessen wird. Welche Gerichte serviert werden, ist ganz unterschiedlich. Wichtig ist aber, dass jedes einzelne Gericht eine Bedeutung hat:

Skifahrer im Erzgebirge

Sauerkraut steht zum Beispiel dafür, dass das Leben nicht sauer wird. Oder im Dialekt: „damit ens Labn net sauer wird“. Fester Bestandteil des Neunerlei sind immer Linsen und Klöße: Linsen serviert man, um zu verhindern, dass einem im neuen Jahr das Kleingeld ausgeht - „doß ens kleene Gald net ausgieht“ – und Klöße, damit einem das große Geld nicht ausgeht - „doß es net an grußen Gald fahlt“.

Verschneite Bäume spiegeln sich

Gans, Schwein und Kaninchen sollen Glück bringen („doß ens Glück trei bleibt“), Buttermilch soll gegen Kopfschmerzen schützen („doß mr ka Kuppwiding hat“) und Pilze sollen Freude und Glück (und rote Backen) bringen („Freed un Glück und rute Backen“). Brot und Salz dürfen beim Neunerlei auch nicht fehlen, sonst – so heißt es – fehlen sie einem das ganze kommende Jahr.

Jeder muss von allen Gerichten mindestens drei Löffel essen und von allen Gerichten muss ein wenig übrigbleiben – dann wird man im kommenden Jahr immer genug zu essen haben.


GLOSSAR

Brauch, der – eine traditionelle Handlung, die es schon sehr lange gibt

Gericht, das – auf eine bestimmte Weise zubereitete Nahrungsmittel, die in einer bestimmten Kombination serviert werden

Sauerkraut, das – sauer schmeckender, eingelegter Weißkohl

Kleingeld, das – Münzen; meist mit geringem Wert

Buttermilch, die – ein säuerlich schmeckendes Getränk, welches bei der Herstellung von Butter entsteht