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Aktuell Asien

Neun Tote bei Anschlag auf Flughafen in Afghanistan

Die Gewalt in Afghanistan geht weiter. Bei einem Anschlag auf den Flughafen in Dschalalabad im Osten des Landes wurden mindestens neun Menschen getötet. Der Flughafen wird sowohl zivil wie militärisch genutzt.

Rauchwolke mit afghanischem Polizsiten

Taliban haben den Flughafen in Dschalalabad angegriffen

Bei einem Selbstmordanschlag im Osten Afghanistans sind mindestens neun Menschen getötet worden. Acht weitere Menschen wurden nach Angaben der Polizei verletzt, als sich der Täter am Flughafen von Dschalalabad mit seinem Auto in die Luft sprengte. Soldaten der internationalen ISAF-Truppe hätten das Gebiet, in dem sie einen Stützpunkt haben, weiträumig abgeriegelt, berichtete ein Sprecher der Provinzregierung. Zu der Tat bekannten sich die radikalislamischen Taliban, sie sprachen von "Rache" für die Verbrennung von Koran-Exemplaren durch US-Soldaten.

Nach Angaben eines ISAF-Sprechers waren die Gebäude der internationalen Truppe von dem Anschlag nicht betroffen. Unter den Toten seien ersten Erkenntnissen zufolge keine ISAF-Soldaten, hieß es in Dschalalabad. Die internationale Truppe hat auf dem Flughafen einen ihrer wichtigsten Luftwaffenstützpunkte.

Auslöser der Gewalt waren Koran-Verbrennungen von US-Soldaten

Afghanistan wird seit Tagen von heftigen Protesten und blutiger Gewalt erschüttert. Auslöser waren Berichte über die Verbrennung von Koran-Exemplaren durch US-Soldaten auf dem Stützpunkt Bagram. Seit dem Beginn der Proteste, die sich gegen die USA und die ISAF richten, wurden mindestens 30 Menschen getötet.

Angesichts der Gewalt sagten der afghanische Verteidigungsminister und der afghanische Innenminister eine geplante USA-Reise ab. Dies teilte das Pentagon in Washington am Sonntag mit. US-Verteidigungsminister Leon Panetta wollte die beiden Minister aus Kabul ursprünglich am Donnerstag empfangen.

Als Reaktion auf die Eskalation der Gewalt in Afghanistan zieht die Bundesregierung ihre Berater in den afghanisschen Ministerien ab. Es handelt sich um etwa 50 Personen. Sie sollen erst wieder ihre Arbeit aufnehmen, wenn die Tötung von zwei NATO-Beratern im Kabuler Innenministerium vom Samstag geklärt sei, so das Ministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Auch die NATO, Frankreich und Großbritannien zogen ihre Berater aus den Behörden zurück.

as/ml (dpa, afp, dapd)