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Sport

Neujahrspringen vom Winde verweht

Simon Ammann hat allen Wetterkapriolen getrotzt und das zweite Springen der Vierschanzentournee gewonnen. Verlierer bei der Windlotterie waren die Österreicher. Martin Schmitt freute sich über einen guten siebten Rang.

Simon Ammann jubelt nach seinem Sieg in Gramisch-Partenkirchen (Foto: picture alliance)

Sieger Simon Ammann jubelt

Der Schweizer Simon Ammann hat am Neujahrstag das Chaos-Springen von Garmisch-Partenkirchen gewonnen und die Chancen auf seinen ersten Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee damit deutlich verbessert. Der viermalige Olympiasieger zeigte bei nahezu irregulären Windbedingungen, die einen zweiten Durchgang unmöglich machten, seine ganze Klasse.

Ammann gewann mit einem Sprung auf 131 Meter vor dem Russen Pawel Karelin und dem Polen Adam Malysz. Martin Schmitt wurde mit einem Satz auf 134,5 Meter Siebter und war damit vor 22.000 Zuschauern bester Deutscher. "Das war heute ein schwieriger Tag für alle. Es hätte ein schöner Tag werden können, aber dann hat der Seitenwind aufgefrischt", sagte der deutsche Bundestrainer Werner Schuster. Über Sieger Ammann war Schuster voll des Lobes. "Er hatte die schlechtesten Bedingungen, aber hat einen tollen Sprung gezeigt." Ammann bekam aufgrund der neuen Windregel zahlreiche Bonuspunkte und verwies damit Karelin, der 1,5 Meter weiter gesprungen war, auf Platz zwei.

Der Schweizer Skispringer Simon Ammann (m.), der Russe Pawel Karelin (l.) und der Pole Adam Malysz (r.) stehen in Garmisch-Partenkirchen während der 59. Vierschanzentournee auf dem Siegerpodest der Olympiaschanze (Foto: Peter Kneffel dpa/lby)

Simon Ammann (m.), Pawel Karelin (l.) und Adam Malysz (r.) auf dem Siegerpodest

Favoriten ließen Federn

Zahlreichen Favoriten verging bei der Windlotterie auf der Großen Olympia-Schanze dagegen das Lachen. Titelverteidiger Andreas Kofler wurde bei seinem Sprung von einer Böe erwischt und konnte einen Sturz nur mit großer Mühe gerade noch verhindern. Als 50. und Letzter büßte der Österreicher jedoch ebenso wichtige Punkte im Kampf um den Gesamtsieg ein wie der Finne Matti Hautamäki als 31. "Ich kann das nicht ganz nachvollziehen. Glückwunsch an Simon, aber ich weiß nicht, ob es sein muss, dass man so viele vorführt", schimpfte Österreichs Cheftrainer Alexander Pointner.

Topfavorit Thomas Morgenstern wurde mit für ihn enttäuschenden 124 Metern 14., behauptete seine Führung in der Gesamtwertung aber mit 415,2 Punkten vor Ammann. Der Schweizer liegt aber nur noch 13,5 Zähler zurück. Dritter in der Gesamtwertung ist nun Hautamäki (388,7), Michael Neumayer rangiert als bester Deutscher auf Platz sechs (377,4). "Ich bin heilfroh, dass ich heile runtergekommen bin und noch ein so ordentliches Ergebnis zusammengebracht habe", sagte Morgenstern.

Deutsche schlugen sich gut

Der deutsche Skispringer Martin Schmitt (Foto: dpa)

Martin Schmitt bester Deutscher

Opfer der stets wechselnden Winde wurde auch Severin Freund. Der 22-Jährige, zum Auftakt in Oberstdorf noch hervorragender Sechster, hatte bei seinem Sprung ebenfalls irreguläre Bedingungen erwischt und musste sich am Ende nach einem Sprung auf 106 Meter mit Platz 41 begnügen. "Man kann sich die Wetterbedingungen nicht aussuchen. Nun muss man schauen, dass man es in Innsbruck besser hinbekommt", sagte Freund.

Glück hatte Schmitt, der zu einer günstigen Zeit auf die Schanze durfte und sich eindrucksvoll zurückmeldete. "Das war mein bester Sprung hier in Garmisch-Partenkirchen", sagte der 32-Jährige. In Stephan Hocke als 13., Michael Uhrmann als 15., Pascal Bodmer als 16. und Michael Neumayer als 18. kamen vier weitere DSV-Adler unter die ersten 20, so dass das deutsche Team mit dem Start ins neue Jahr noch ganz zufrieden sein konnte. "Es ist nichts passiert", meinte daher auch Schuster. Der Bundestrainer setzt auf den verbleibenden beiden Stationen auf Michael Neumayer, Martin Schmitt, Michael Uhrmann, Severin Freund, Stephan Hocke, Richard Freitag und Pascal Bodmer.

Bereits an diesem Sonntag (02.01.2011) findet in Innsbruck die Qualifikation für das dritte Springen am Montag statt.

Autor: Calle Kops (sid, dpa)
Redaktion: Wolfgang van Kann