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Wirtschaft

Neues Potential in Südrussland?

Wirtschaftsminister Michael Glos reist nach Südrussland mit einer Delegation deutscher Unternehmer im Gefolge. Sie hoffen auf neue Investitionsmöglichkeiten und Betätigungsfelder in der Region.

Landwirt im Getreidefeld (Quelle: AP)

Südrussland gilt als die Kornkammer und industrielle Zukunft des Landes

Die deutsche Firmengruppe Commit hat ein Betätigungsfeld gesucht - und gefunden. Denn in Russland gibt es in der Landwirtschaft eine große Nachfrage nach Technik und Management. Deshalb hat die Firma gezielt eine Beratung mit landwirtschaftlichem Personal aufgebaut.

Know-how für deutsche Unternehmer

Das war vor 15 Jahren, als die meisten deutschen Unternehmen Südrussland noch nicht für sich entdeckt hatten. Land- und betriebswirtschaftliches Wissen gepaart mit Russlanderfahrungen und Sprachkenntnissen führte die Commit Group nach Krasnodar, im äußersten Südwesten Russlands.

Portrait von Michael Glos (Archiv, Quelle: AP)

Glos auf der Suche nach neuen Wirtschaftskontakten in Südrussland

"Wir beraten mittelständische Unternehmer aus Deutschland, die in Russland Fuß fassen wollen", sagt Johann Meyer zu Bentrup, der einer von vier Partnern der Commit Group ist. Ihre Arbeit reicht von der Marktanalyse über die Standortwahl bis hin zu Personalakquise und Vermittlung von Managern an die deutschen Unternehmen.

Der deutsche Unternehmer gehört zu der Wirtschaftsdelegation, die mit Wirtschaftsminister Glos am Dienstag und Mittwoch (29./30.04.2008) nach Krasnodar und Sotschi fliegt. Dabei trifft sich Michael Glos mit dem Gouverneur vom Gebiet Krasnodar, Alexander Tkatschew, und wird ein Wirtschaftsforum eröffnen. Am Mittwoch besucht er Sotschi, den Olympiaort für die Winterspiele 2014. Die deutsche Wirtschaft hofft auf eine Beteiligung an den riesigen Infrastruktur-Projekten.

Landwirte für Landwirte

Bewässerungsanlage auf einem Rübenacker (19.7.2001, Quelle: AP)

Deutsche Technik und Erfahrungen sind in Russland gefragt

Beratungspakete für deutsche Investoren zu machen, ist nur ein Teil der Abreit von Commit. Ein anderer ist die Beratung von Landwirten in Russland, erklärt Meyer zu Bentrup, der selbst Landwirtschaft studiert hat. "Wir versuchen Technik und Know-how aus Europa und Übersee nach Russland zu bringen und damit professionelle Bewirtschaftungseinheiten aufzustellen." Das Kapital und Personal kommt aus Russland, das Wissen und die Hilfe aber aus dem Westen. Sie kann in Form eines Managers aus den Niederlanden, eines Mähdreschers aus Deutschland, aber auch einer Mastsau aus Dänemark auftreten.

Neuer Sektor mit Zukunft

Um das Beratungsprogramm abzurunden, haben sich die Commit-Mitarbeiter auf einen Sektor konzentriert, der zunehmend an Bedeutung gewinnt: Den Bio-Energiesektor. "In Russland macht man sich zunehmend Gedanken über die Nutzung der großen Ressourcen an Biomasse", sagt Meyer zu Bentrup. Wo beispielsweise große Vieherden weiden, gibt es auch automatisch viel Gülle. Diese kann aufbereitet werden und umweltfreundlichen Strom, Wärme und Gas produzieren.

Ein umweltfreundlicher Gülletank (7.3.2002, Quelle: AP)

Gülletanks können mehrere Millionen Kilowattstunden "grünen Strom" im Jahr erzeugen

Den Bio-Energiesektor und die Beratungsangebote aufzubauen, ist in der Region nach wie vor aufwendig. Denn die Infrastruktur in der Kornkammer Russlands ist erst im Kommen. Und in Russland herrschen andere bürokratische Grundsätze als in Deutschland. Sie zu überwinden hilft die Commit Group. Anscheinend erfolgreich, denn es arbeiten neben den anfänglichen vier Partnern schon 18 Personen bei ihr. Und die Tendenz ist steigend.

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