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Kultur

Neues Museum der Moderne für Berlin

Die Nachricht ist ein kulturpolitischer Paukenschlag. 200 Millionen Euro will der Bund für den Bau eines Museums der Moderne geben. Dafür haben sich Kulturschaffende in Berlin lange eingesetzt, jetzt wird es wahr.

Berlin ist die Stadt, in der sich Künstler aus aller Welt niederlassen. Was bislang allerdings fehlte, war ein Ort, wo diese Künstler ausstellen können. 200 Millionen Euro bewilligt der Bund für das seit langer Zeit geplante Museum der Moderne in Berlin. Auf rund 14 000 Quadratmetern soll der Neubau auf einem Grundstück auf dem Kulturforum an der Potsdamer Straße unterkommen. 2021 soll es voraussichtlich übergeben werden.

Auch der neuen Kulturstaatsministerin Monika Grütters lag das Museums-Projekt sehr am Herzen. Sie ist eine große Streiterin für die Bildende Kunst. Sie nannte die Entscheidung einen "Riesenerfolg für die Kulturgeschichte und die Museumslandschaft".

Längst überfällige Entscheidung

Der Beschluss fiel in der heutigen Haushaltssitzung im Deutschen Bundestag. "Die Summe ist ein guter Startpunkt für einen Neubau", kommentierte der Berliner Kulturstaatssekretär Tim Renner die Entscheidung. Der ehemalige Musikproduzent hat erst vor einem Jahr sein Amt angetreten. Und kann jetzt eine Botschaft bekannt geben, auf die die Berliner Kunstwelt seit Jahren gewartet hat.

Kulturstaatssekretär Tim Renner, Foto: Horst Galuschka

Kulturstaatssekretär Tim Renner

Den Ausschlag für die überraschend großzügige Unterstützung seitens des Bundes gab das Angebot des Berliner Sammler-Ehepaars Pietzsch. Heiner und Ulla Pietzsch haben dem Land Berlin ihre auf 120 Millionen Euro geschätzte Kunstsammlung versprochen. Allerdings nur unter der Bedingung, dass ihre Werke der Klassischen Moderne - von Dalí, Miró, Magritte bis Rothko durchweg hochkarätige Kunst - dauerhaft ausgestellt werden. "Dies ist ein echter Durchbruch in der jahrelangen Debatte um die Schenkung großartiger Kunstwerke durch das Ehepaar Pietzsch. Endlich kann die Lücke in der Museumslandschaft unserer Hauptstadt geschlossen werden", sagt der Hauptberichterstatter für Kultur und Medien im parlamentarischen Haushaltsausschuss, Rüdiger Kruse.

Genug Platz für die Kunst

Temporäre Kunsthalle, Foto: Bettina Pousttchi

Die Temporäre Kunsthalle stand vier Jahre lang an dem Ort, an dem einst das Berliner Stadtschloss stand.

Das Potenzial der Kunststadt Berlin ist groß. Vor sechs Jahren stellte dies bereits eine "Temporäre Kunsthalle" unter Beweis. In einem provisorischen Bau auf dem Schlossplatz in Berlin-Mitte wurden ausschließlich Künstler ausgestellt, die in Berlin leben und arbeiten. Allerdings war die Kunsthalle eine privat finanzierte Einrichtung, nach zweijährigem Bestehen wurde sie im August 2010 wieder abgebaut. Für einen Museums-Neubau fehlte dem Berliner Senat bislang das Geld. "Kultur ist auch in Zeiten angespannter Haushalte unverzichtbar, förderungswürdig und sollte deutlich gestärkt werden", erklärt Johannes Kahrs, der kulturpolitischer Sprecher der SPD, die aktuelle Weichenstellung.

Zugewinn für die Museumslandschaft

Bereits im vergangenen Jahr war es dem Vorgänger von Grütters, dem früheren Kulturstaatssekretär Bernd Neumann überraschend gelungen, gerade mal 10 Millionen für die Kunst vom Haushaltsausschuss genehmigt bekommen zu haben. Im geplanten Neubau für dieses neue Berliner Museum der Moderne soll neben der Kunst-Sammlung Pietzsch, auch noch die Sammlung Marzona und die Sammlung Marx eine feste Adresse erhalten.

Beide Sammlungen umfassen Werke der Nachkriegsmoderne und des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Das dafür genutzte Museum Hamburger Bahnhof bot nicht genug Platz, um alles umfassend auszustellen. "Die Sammlungen Pietzsch, Marx und Marzona stellen eine wunderbare Ergänzung für unsere exzellente Museumslandschaft dar", so Tim Renner. Der Kulturstaatsminister freut sich, dass diese Werke demnächst öffentlich gezeigt und allen Bürgern zugänglich gemacht werden können.

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