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Aktuell Amerika

Neues Massaker im Drogenkrieg

Knapp 50 Getötete wurden an einer Schnellstraße im Norden Mexikos gefunden. Im Tatverdacht stehen rivalisierende Drogenbanden.

Foto: REUTERS/Josue Gonzalez (MEXICO - Tags: CIVIL UNREST CRIME LAW)

Mexiko Dutzende Leichen gefunden

Die Polizei schätzt die Anzahl der Leichen auf 43 Männer und sechs Frauen. Teils seien sie verstümmelt, unbekleidet und in Säcken verpackt, sagte ein Sprecher des Bundesstaates Nueva León gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die Körper wurden in den frühen Morgenstunden an einer Strasse gefunden, die die mexikanische Metropole Monterrey mit den USA verbindet. Polizei und Militär sperrten das Gebiet ab. Einige Stunden später wurden Behördenangaben zufolge im Bundesstaat Sinaloa in drei verschiedenen Ortschaften sechs Tote gefunden.

Drogenkartelle verschärfen Kämpfe

Nach Meinung der Polizei haben die Morde mit einer Verschärfung der Revierkämpfe der verschiedenen Drogenkartelle zu tun. In der Gegend sind die “Los Zetas“, eine der mächtigsten Drogenbanden Mexikos, aktiv. Laut US-Regierung ist sie die gefährlichste und technologisch am weitesten entwickelte paramilitärische Gruppe in Mexiko. Sie befindet sich im Konflikt mit anderen Drogenkartellen, unter anderem mit dem "Sinaloa Kartell" und dem “Golf-Kartell“, von dem sie sich 2010 abspaltete. Behörden haben Konflikte zwischen “Los Zetas“ und anderen Drogenkartellen für den Großteil der Gewalt im vergangenen Monat verantwortlich gemacht. Die Morde könnten ein Racheakt sein.

Das Massaker ist das dritte innerhalb von neun Tagen: vergangenen Mittwoch fand man 18 Personen geköpft in der Nähe von Guadalajara im Westen Mexikos, in der Woche zuvor wurden 23 Personen gehängt oder verstümmelt nahe der texanischen Grenze gefunden.

Präsident Felipe Caledron forciert die Bekämpfung der Drogenkartelle mit Militär und Polizei, brachte damit aber den Konflikt zur Eskalation. Seit 2006, dem Jahr seines Amtsantritts, hat der Drogenkonflikt in Mexiko über 47.000 Opfer gefordert. Das Heidelberger Institut für internationale Konfliktforschung bewertet den Konflikt als “innerstaatlichen Krieg“. In einigen Gegenden nahe zur US-Grenze haben die Kartelle faktisch das Gewaltmonopol des Staates außer Kraft gesetzt.

rk/wl (dpa, afp, rtr)

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