1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Neues Flüchtlingsdrama vor Lampedusa

12. Mai 2014

Vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa ist erneut ein Boot mit Flüchtlingen verunglückt. Die Marine spricht von mindestens 14 Toten, bis zu 150 Menschen gelten als vermisst.

https://p.dw.com/p/1ByVh
Italienischer Marinesoldat patrouilliert auf Lampedusa (Foto: Picture Alliance)
Bild: picture alliance / ROPI

Um die 400 Menschen sollen an Bord des hoffnungslos überladenen Bootes gewesen sein, als es sich auf den Weg von der afrikanischen Küste in Richtung Italien gemacht hat. Rund 160 Kilometer südlich von der Insel Lampedusa entfernt muss der Kutter dann gekentert sein. Die Besatzung eines Bohrplattform-Schleppers hatte das Schiff kieloben im Wasser gesichtet und die italienischen Behörden alarmiert. Kurz darauf waren zahlreiche Boote und Hubschrauber am Unglücksort und konnten rund 200 Menschen in Sicherheit bringen. Wie viele Personen tatsächlich an Bord gewesen sind, ist noch nicht geklärt. Nach aktuellen Angaben von Küstenwache und Rettungsdiensten gelten bis zu 150 Flüchtlinge als vermisst.

EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström zeigte sich "tief schockiert" von der erneuten Katastrophe vor den Toren Europas. "Es ist die eindeutige Verantwortung aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union, jetzt konkrete Solidarität zu zeigen, um die Wiederholung solcher Tragödien zu vermeiden", erklärte Malmström in Brüssel. Sie forderte die Mitgliedsländer dazu auf, den Aktionsplan, den die Europäische Union nach der Flüchtlingstragödie vor Lampedusa im vergangenen Oktober aufgestellt hatte, umzusetzen. Malmström kündigte zudem an, das Thema auf die Tagesordnung des nächsten EU-Innenministertreffens im Juni zu setzen.

Verschärfte Kontrollen vor der Küste

Das gute Wetter hat seit Tagen dafür gesorgt, dass sich wieder zahlreiche Schiffe auf die gefährliche Überfahrt nach Europa machen. Allein in der vergangenen Woche waren es laut italienischer Marine mehr als 4300 Menschen. Seit Jahresbeginn erreichten nach Angaben des Innenministeriums in Rom rund 25.000 Flüchtlinge italienisches Territorium. Um weitere Tragödien zu verhindern, patrouillieren Marine und Küstenschutz seit dem vergangenen Herbst verstärkt zwischen Libyen und Italien. Dennoch waren am Sonntag vor der Küste Libyens mindestens 40 Menschen ertrunken, als ein Flüchtlingsboot östlich der Hauptstadt Tripolis kenterte.

djo/sti (dpa, afp, epd)