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Kultur

Neues Familienglück durch "Neue Medien"?

In vielen Familien gehören das Internet oder das Handy schon lange zum Alltag. Wie diese Medien das Familienleben verändern, wurde nun wissenschaftlich an der Universität Oldenburg erforscht.

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Die so genannten "Neuen Medien" werden mittlerweile von allen Familienmitgliedern, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, akzeptiert. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Instituts für Soziologie der Universität Oldenburg.

So halten Eltern das Internet vor allem für sinnvoll, weil Kinder es für ihre schulischen Belange nutzen können. Die Kids haben mit diesem Vorteil wenig im Sinn: Sie nutzen das Internet vor allem als Freizeitbeschäftigung. Diesen Konflikt zeigt zumindest die unterschiedliche Gewichtung der Netz-Vorteile. Die Informationssuche, von der sich die Eltern einen Nutzen für die Schule versprechen, liegt auf der Beliebtheitsskala bei den Jugendlichen nicht gerade vorne. Ein Problem ist für viele der befragten Eltern die Kontrolle der genutzten Internet-Inhalte, da sie sich mit dem Medium nicht so gut auskennen wie ihre Kinder.

Teens als Experten der "Neuen Medien"

Diese Medienkompetenz der Jugendlichen kann sie jedoch auch zu gefragten Ansprechpartnern bei auftretenden Internet- oder Computerproblemen in der Familie machen und ihnen etwa im Geschwistersystem zu neuer Anerkennung verhelfen. Dadurch wird jedoch gleichzeitig das familiäre Autoritätsgefüge unbeabsichtigt verändert, befürchten die Eltern.

Auch beim Thema Handy ergeben sich Vor- und Nachteile für das Familienleben. So dient das Mobiltelefon besonders in dringlichen Situationen als ein Medium der Sicherheit und erweitert die Kommunikationsmöglichkeiten der Familienmitglieder. Dadurch lassen sich aus Sicht der Eltern die Familie und der Beruf leichter miteinander vereinbaren, da Absprachen schneller getroffen werden können und man die anderen Familienmitglieder an Termine erinnern kann. Dabei unterstützt es als mobile Erweiterung des herkömmlichen Telefons die emotionale Stabilisierung der Familienmitglieder, so die Forscher.

Mobiltelefone haben hohen Flirtfaktor

Für die Kids hat das Handy jedoch noch eine zusätzliche Bedeutung. Es ist ein wichtiges Kommunikationsmedium für den Kontakt zu Gleichaltrigen. So sind etwa kurze Absprachen, wo man sich trifft, Nachfragen zu Hausarbeiten, Flirten und Diskussionen per SMS im Freundeskreis an der Tagesordnung. Ein hohes Konfliktpotenzial zwischen den Eltern und den Kindern liegt in den unterschiedlichen Auffassungen zu der Anschaffung und der Notwendigkeit eines Handys.

Für weiteren Konfliktstoff sorgen häufig die anfallenden hohen Kosten bei intensivem Handy-Gebrauch der Jugendlichen. Erstaunlich: Die meisten Eltern geben diese Vorbehalte auf, sobald im Familienleben die ersten positiven Erfahrungen mit dem Handy gemacht worden sind.(pf)

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