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Wissen & Umwelt

Neues Ebola-Behandlungszentrum für Liberia

Das Deutsche Rote Kreuz betreibt in Liberias Hauptstadt Monrovia ein neues Ebola-Behandlungszentrum. Personelle Unterstützung bekommt die Organisation auch von der Bundeswehr.

Der erste Tag im neuen Ebola-Behandlungszentrum verlief für das Team des Deutschen Roten Kreuzes und der Bundeswehr zwar reibungslos, aber mit viel Arbeit, erklärt DRK-Mitarbeiter Chistian Schuh im Gespräch mit der DW. "Wir haben heute das Krankenhaus-Gebäude und die technischen Anlagen übernommen. Wir haben angefangen medizinisches Material einzuräumen und Abläufe, die wir für einen sicheren Betrieb einer Ebola-Behandlungsstation beherrschen müssen, eintrainiert." Viel Zeit bleibt dem Team nicht mehr, denn das Behandlungszentrum in Liberias Hauptstadt soll noch vor Weihnachten die ersten Patienten aufnehmen.

Gute Nachrichten für Liberia

Fast zehn Monate dauert die Ebola-Epidemie in Westafrika nun schon. Die Seuche hat einen verheerenden Tribut gefordert. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben in den drei am stärksten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone mehr als 6.500 Menschen. Insgesamt erfasst die WHO 18.188 Infektionen in den drei Ländern. Aber es gibt auch gute Nachrichten für Liberia. Laut WHO haben die Fälle von Ebola-Erkrankungen dort zwischen Mitte September und Mitte Oktober stark abgenommen. Pro Woche gibt es derzeit noch etwa zwanzig Neuinfektionen. Das kann auch Chistian Schuh bestätigen. "Aktuell befindet sich die Rate der Neuerkrankungen auf einem stabilen Niveau. Wir wissen aber nicht, was in den nächsten Tagen und Wochen sein wird. Und wir arbeiten mit Hochdruck daran, mit unserem Behandlungszentrum einsatzbereit zu sein. Wir wollen darauf vorbereitet sein, falls ein Anstieg der Fallzahlen kommt, was wir natürlich alle nicht hoffen."

Freiwillige Helfer vom liberianischen Roten Kreuz üben das Anlegen der Schutzkleidung (Foto: DRK)

Freiwillige Helfer vom liberianischen Roten Kreuz üben das Anlegen der Schutzkleidung

Konkret heißt das: 15 freiwillige DRK-Helfer sind zurzeit in Liberia vor Ort und schulen gemeinsam mit 27 Bundeswehrangehörigen die einheimischen Pflegekräfte. Auf dem Trainingsprogramm stehen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen. Auch Oberst-Arzt Salvatore Schmidt gehört zum Team und erklärt die besondere Kooperation der Fachkräfte: "Wir steuern medizinisches Personal bei, wir steuern Techniker bei und wir steuern Know-How bei. Das ist eine wunderbare Sache und absolut historisch, das die Bundeswehr und das Deutsche Rote Kreuz so eng zusammenarbeiten."

Die Eröffnung ist überfällig

Eigentlich sollte das neue Behandlungszentrum schon im November eröffnet werden, doch die Übergabe des Krankenhauses an das DRK musste zwei Mal verschoben werden. Auch kleinere Hilfsorganisationen, wie International Search and Rescue ( I.S.A.R.) sind daher nun froh, endlich einen weiteren Mitstreiter im Kampf gegen Ebola an ihrer Seite zu haben: "Größere Nicht-Regierungs-Organisationen können hier vor Ort einfach mehr Patienten behandeln als wir", sagt Thomas Laackmann von I.S.A.R.. Er selbst hat in Monrovia zwei Isolarierstationen für Patienten eingerichtet. Diese Isolierstationen bestehen aus Spezialzelten, die zurzeit etwa sechzig Ebola-Patienten aufnehmen. Das neue Ebola-Behandlungszentrum des DRK könnte bei Bedarf bis zu hundert Ebola-Erkrankte medinisch versorgen.

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