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Aktuell Afrika

Neues Blutbad in Nigeria

Schrecken mit System: Wieder haben Terroristen in Nigeria zahlreiche Dorfbewohner getötet. Und wieder trägt die Tat die Handschrift der Boko Haram. Die kamerunische Armee meldet einen Schlag gegen die Islamisten.

Mindestens 32 Menschen wurden bei dem Überfall auf ein Dorf im Nordosten Nigerias getötet. Mehr als 100 Dorfbewohner sollen von den Tätern verschleppt worden sein, darunter auch Frauen und Kinder. Örtliche Medien berichten unter Berufung auf lokale Behörden und Geflohene, die Angreifer gehörten der islamistischen Rebellengruppe Boko Haram an.

Konvoi der Terroristen

Ein Dorfbewohner sagte, die Aufständischen hätten den Ort Gumsuri im Bundesstaat Borno bereits am Sonntag attackiert. Sie seien in einem Konvoi in das Dorf eingefallen und hätten sich Gefechte mit der Bürgerwehr geliefert. Zuerst hätten die Kämpfer die jungen Männer aus dem Dorf getötet.

"Dann haben sie unsere Frauen und Töchter mitgenommen", so der Augenzeuge, der selbst entkommen konnte. Da das Mobilfunknetz in der Region weitgehend zusammengebrochen ist und auch viele Straßen unpassierbar sind, wurde der Vorfall erst jetzt bekannt. Gumsuri liegt an der Straße nach Chibok, wo Boko-Haram-Kämpfer im April fast 300 Mädchen aus einer Schule entführten.

Armee in Kamerun tötet Kämpfer

Die Armee im Nachbarland Kamerun meldet derweil, sie habe mehr als 100 Kämpfer der Boko Haram getötet. Wie das Verteidigungsministerium in Jaunde mitteilte, hatten die Terroristen am Mittwoch einen Armeestützpunkt in Amchidé im äußersten Norden Kameruns an der Grenze zu Nigeria angegriffen. Die Soldaten hätten daraufhin einen "Gegenangriff" gestartet. Dabei hätten 116 Islamisten und ein Soldat ihr Leben verloren.

Die Terrormiliz Boko Haram will im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias mit Gewalt einen islamischen Staat errichten. Bei Angriffen auf Sicherheitskräfte, Behörden, Schulen und Kirchen tötete die Gruppierung seit dem Jahr 2009 mehr als 10.000 Menschen. Erst am Mittwoch waren zahlreiche nigerianische Soldaten von einem Militärgericht

zum Tode verurteilt

worden, weil sie nicht gegen Boko Haram kämpfen wollten. Der Konflikt wurde wiederholt auch ins benachbarte Kamerun getragen.

jj/rb (dpa, afp, kna)