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Kultur

Neues Bibelmuseum: "bibliorama" lädt zum Mitmachen ein

Ein Bibelmuseum, das fast ohne Bibeln auskommt? Entdecken, dass das Buch der Bücher jede Menge Weisheiten für das 21. Jahrhundert bereithält? In Stuttgart ist jetzt all das zu erleben.

Auf die Präsentation von staubigem, vergilbten Papier verzichtet das neue Bibelmuseum in der baden-württembergischen Landeshauptstadt so gut wie ganz. Rechtzeitig vor dem Kirchentag präsentiert das "bibliorama" ab Mittwoch (13.05.2015) vierzehn Personen der Bibel und deren Lebensgeschichte. Der Besucher begegnet Eva im Paradiesgarten, kann mit Sara, der Frau Abrahams, auf Wanderschaft in eine ungewisse Zukunft gehen oder Moses auf dem Weg durch das Rote Meer begleiten. Anhand der Lebenswege von Petrus und Paulus wird die Entstehung der Kirche und die Verbreitung des Christentums dokumentiert. Vermittelt werden soll das, was diese Menschen mit Gott erlebt haben und was Menschen heute von Gott erfahren können. Deshalb werden Verbindungen ins Hier und Heute geschlagen: Bei Sara etwa zum Thema Migration. Gewissermaßen als Zugabe ist auch Zwiesprache mit dem Reformator Martin Luther möglich, digital, via Bildschirm.

Deutschland Bibelmuseum bibliorama in Stuttgart

Plausch mit Martin Luther

Jesus fehlt

Jesus sei aber nicht dabei, sagt Kuratorin Susanne Claußen. "Wir sind ein Museum, keine Kirche". Ihn darzustellen, sei für sie ein Schritt zu viel gewesen. Jesus sei das Mensch gewordene Wort Gottes. Damit habe er eine ganz andere Stellung als die dargestellten Personen.

Moderne Kommunikationsmittel

Den Besuchern alte Bibeln zu zeigen, sei nicht die Intention des Hauses, betont Kuratorin Claußen. Ziel sei es, jedermann zu beweisen, wie aktuell das Buch der Bücher ist. Statt uraltem Papier gibt es Sandpendel, eine Laserharfe, eine Camera obscura und 3000 Holzbausteine, über die Bibelinhalte "erspielt" werden sollen, sagt Direktorin Franziska Stocker-Schwarz.

Bibelmuseum bibliorama in Stuttgart. Eröffnung am 13. Mai 2015

Holzbausteine für neue museale Wege

Mit Hilfe moderner Technik wie interaktiven Bildschirmen werden biblische Texte zum Leben erweckt. Die Besucher können an Touchscreens Psalmen auswählen, vertonen und als MP3-Datei an andere verschicken.

Einige wenige historische Exponate gibt es dann doch im Erlebnismuseum. In gläsernen Schaukästen sind ein paar kostbare Bibeln aus dem 15. und 16. Jahrhundert zu bestaunen.

Bibelhauptstadt Stuttgart

Das neue Museum ist ein Gemeinschaftsprojekt der Evangelische Landeskirche in Württemberg und der evangelischen Württembergischen Bibelgesellschaft, in das fast drei Millionen Euro investiert wurde. Rund 20 000 Besucher jährlich werden erwartet.

Dass ein solch innovatives Museum in Stuttgart entstand, liegt nahe. Immerhin gilt die Neckar-Metropole als Deutschlands Bibel-Hauptstadt. Sowohl die evangelische Deutsche Bibelgesellschaft als auch das Katholische Bibelwerk haben hier ihren Sitz und schickten von hier aus viele Millionen Bibeln in über 500 Sprachen in alle Welt.

kk/so (epd/dpa)