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Wirtschaft

Neues aus der Welt der Süßigkeiten

In Köln trifft sich das Fachpublikum auf der Interantionalen Süßwaren-Messe. Privatleute und Kinder sind verboten. DW-World war aber dort und hat die neuesten Trends aufgespürt.

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Esspapier mit Fußballmotiven ist einer der diesjährigen Trends

Toffee-Kaugummi, Goethe-Bonbons und Schokolade, die wie Gänse-Stopfleber aussieht: Diese Erfindungen der Süßwaren-Industrie haben es nie in den Supermarkt geschafft.

Drei Gummibärchen von Haribo

Nicht nur Fruchtgummi und Schokolade werden in Köln präsentiert

Ob der Clown aus Fruchtgummi, den man mit Lebensmittelfarbe selbst bemalen kann, eine Zukunft hat, weiß auch der Geschäftsführer des Süßwaren-Industrieverbandes, Karsten Keunicke, noch nicht. Dennoch ist er von der Idee begeistert.

Vom 29.1. bis 1.2. präsentieren auf der weltweit größten Süßwaren-Messe in Köln 1600 Aussteller aus 72 Ländern den Händlern, was im nächsten Jahr genascht und geknabbert werden soll. Bonbons, Schokolade, Kekse, Kaugummi, Kuchen, Waffeln, Weingummi und... Bier?

Bonbons gegen die Alkoholfahne

An einem Stand in Halle 2 ist eine Bar aufgebaut. Man trinkt hier Bier, um danach ein Bonbon zu essen. Was für eins, erklärt der Erfinder Ludger Meyer: "Bei St. Sin No. 1 handelt es sich um ein völlig neuartiges Traubenzuckerbonbon, welches in der Lage ist, innerhalb von 30 Sekunden jede Alkoholfahne definitiv zu neutralisieren." Die Süßigkeit schaffe einen Wirkfilm in der Mundhöhle, der die freien Alkoholgruppen abbinde und in geruchsneutrale Verbindungen überführe, erklärt Meyer. Damit sei die Alkoholfahne beseitigt.

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Die neuen Trends

Mozart-Kugeln

Mozart und Fußball sind diese Jahr auch bei Süßem im Trend

Auf der Süßwaren-Messe sind neben Fußball - wegen der Weltmeisterschaft - und Mozart - wegen des 250. Geburtstags des Komponisten - vor allem gesunde Produkte und Süßwaren mit Funktion im Trend. Gesund sind zum Beispiel die Chips einer holländischen Firma aus Tomate, Ananas oder Banane.

Funktional ist neben dem Anti-Alkoholfahnen-Bonbon auch sein Tabak-Pendant von Steffen Hinzmann. Das Tabakbonbon werde aus Kräutern und Gewürzen hergestellt, sei zuckerfrei und vitaminreich. "Es hat diesen Tabakgeschmack, wie er von den Rauchern geliebt wird, in Kombination mit Kaffee oder Vanille - so wie man das kennt und mag", erklärt Hinzmann seine Kreation. Das Bonbon sei für Zeiten entwickelt, in denen man nicht rauchen dürfe, zum Beispiel im Meeting oder im Flugzeug. Immer wenn man Appetit auf eine Zigarette habe, könne diese Zeit überbrückt werden, bis man wieder seine normale Zigarette rauchen kann.

Aus Australien kommen Trinkhalme mit Aromaperlen, die Milch nach Banane oder Erdbeere schmecken lassen. Die Amerikaner haben den Lutscher mit Reißverschluss-Stiel erfunden, den die Kinder platzsparend auf einem Fingerring mit sich tragen können. Und eine belgische Firma präsentiert Donuts, die durch zwölf Düsen rundum mit Marmelade, Vanillecreme oder Schokolade gefüllt sind.

Innovationsschub in der Süßwarenbranche

Süßwarenmesse 2004 in Köln, Lutscher mit Zuckerguss Insekten

Viele Süßigkeiten werden nicht genügend vermarktet

Die Süßwaren-Branche ist innovativ wie lange nicht mehr, sagt der Fachjournalist Klaus Mahler. Gute Verkaufszahlen garantiert das nicht: "Die Frage ist einfach, ob es Massenmarkt-fähig ist, und wie es durch Werbung unterstützt wird."

Nach Angaben des Fachexperten floppen 60 Prozent aller Süßwaren nach einem Jahr. Mehr noch: Von den 1200 neuen Produkten, die jedes Jahr erfunden werden, würden 60 bis 70 Prozent gar nicht erst den Weg in die Regale schaffen.

Dabei ist das nach Meinung Mahlers das Erfolgsrezept ganz einfach. Ohne den Einbezug des Handels und entsprechende Werbemaßnahmen schaffe es die tollste Idee nicht auf die Märkte.

Ob sich ausgerechnet das Bonbon gegen die Alkoholfahne und der Reißverschluss-Lolly durchsetzen, wird sich zeigen. Irgendetwas wird aber immer genascht: In Europa genießen die Menschen durchschnittlich 30 Kilogramm Süßigkeiten pro Kopf und Jahr.

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