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Deutschland

Neuer "Skandal im Skandal" um Dioxin

Dioxin-Skandal und kein Ende: Erneut mussten fast 1000 Höfe gesperrt werden, weil ein Futtermittelhersteller den Behörden zunächst unvollständige Lieferlisten vorgelegt hatte. Die Bundesregierung ist wütend.

Ein Warnschild mit der Aufschrift 'Dioxin' in einem gekochten Frühstücksei (Foto: dpa)

Tagelang sind Endprodukte - vorwiegend Eier - in den Markt gelangt

Wie Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner am Samstag (15.01.2011) mitteilte, wurde ihr Haus erst jetzt von den niedersächsischen Behörden darüber informiert, dass ein Mischfutterhersteller in Damme mit Dioxin-Verdacht seine Lieferbeziehung zu den betroffenen Betrieben nicht mitgeteilt hatte. Deshalb müssten nun 934 Landwirtschaftsbetriebe zusätzlich gesperrt werden.

Von dem Hersteller sind offenbar auch Futtermittellieferungen nach Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Bayern gegangen. Niedersachsen hat die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, da von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit ausgegangen wird. Unter den betroffenen Höfen sollen 110 Legehennenbetriebe, 403 Schweinemastbetriebe und 248 Ferkelmastbetriebe sein.

Aigner fordert Konsequenzen

David McAllister (Foto: AP)

David McAllister

Der Futterhersteller aus Damme habe erst auf Druck der Behörden vollständige Lieferlisten eingereicht, sagte ein Sprecher des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums. Es müsse davon ausgegangen werden, dass etwa zehn Tage lang Endprodukte - vorwiegend Eier - in den Markt gelangt sein könnten.

Aigner (CSU) sprach von einem "Skandal im Skandal" und forderte die Ablösung der politisch Verantwortlichen. Ministerpräsident David McAllister (CDU) müsse jetzt handeln und konsequent durchgreifen.

Außerdem seien mehr Bundeskompetenzen bei der Futtermittelkontrolle nötig. Gegenwärtig verbiete es ihr das Grundgesetz, die Kontrollpraxis der Länder zu kontrollieren, sagte Aigner der "Bild am Sonntag". Es könne nicht sein, dass "der Bund politisch haftbar gemacht" werde, sobald es in einem Bundesland zum Skandal komme.

Autor: Michael Borgers (dpa, afp)

Redaktion: Ursula Kissel

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