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Aktuell Welt

Neuer Rückschlag in russischer Raumfahrt

Bei einer neuen schweren Raumfahrtpanne hat Russland eine Rakete mit drei Satelliten für ein Navigationssystem verloren. Kurz nach dem Start stürzte die Trägerrakete auf dem Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab.

Explosion der russischen Proton-M-Trägerrakete (Foto: rtr)

Proton-M Rakete Absturz in Baikonur 02.07.2013

Eine unbemannte russische Trägerrakete mit drei Navigationssatelliten an Bord ist kurz nach ihrem Start abgestürzt und explodiert. Wie bei einer Liveübertragung durch die russische Weltraumbehörde Roskosmos zu sehen war, kam die Proton-M-Rakete mit den Glonass-Satelliten kurz nach ihrem Start vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan von der Route ab, drehte sich um die eigene Achse und explodierte einige Sekunden später. Am Himmel war ein Feuerball zu sehen. Nach ersten Erkenntnissen gab es Fehler im Antriebssystem der Rakete. Nach Schätzungen belief sich der Schaden auf 200 Millionen US-Dollar (rund 153 Millionen Euro).

Keine Verletzten

Bei dem Vorfall habe es weder Verletzte noch weitere Sachschäden gegeben, allerdings sei der hochgiftige Treibstoff Heptil ausgetreten, teilte die kasachische Weltraumbehörde Kaskosmos mit. Ein Teil der Belegschaft von Baikonur habe daher das Gelände verlassen müssen, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf eine Quelle auf dem Weltraumbahnhof. Über dem Absturzort bildete sich demnach eine "giftige Wolke".

Die russische Raumfahrt musste in den vergangenen Jahren eine Reihe von Fehlschlägen verbuchen. Im Dezember 2010 stürzten drei Glonass-Satelliten, die mit einer Proton-Rakete ins All gestartet waren, in den Pazifik. Es folgten weitere Pannen, durch die mehrere Satelliten verloren gingen. Offenbar als Folge der Pannenserie entließ der russische Präsident Wladimir Putin im September 2012 den Chef des Chrunitschew-Zentrum für Weltraumforschung und -konstruktion, Wladimir Nesterow.

as/ml (afp, dpa, rtr)