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Aktuell Deutschland

Neuer Prozess gegen Holocaust-Leugner Williamson?

Dem Traditionalisten-Bischof der Piusbruderschaft, Richard Williamson, droht ein neues Verfahren. Die Staatsanwaltschaft Regensburg beantragte ein weiteres Mal einen Strafbefehl gegen ihn - wegen Volksverhetzung.

Williamson hatte 2008 in einem Interview mit einem schwedischen Fernseh-Sender den Massenmord an sechs Millionen Juden durch die Nazis und die Existenz von Gaskammern bestritten. In einem ersten Verfahren war er dafür vom Landgericht Regensburg zu einer Geldstrafe von 6.500 Euro verurteilt worden. Dieses Urteil hob das Oberlandesgericht Nürnberg jedoch wegen Verfahrensmängeln auf.

In ihrem neuen Strafbefehl hofft die Staatsanwaltschaft nun, diese Mängel behoben zu haben. Ob es zu einem neuen Verfahren kommt, steht allerdings noch nicht fest. Darüber muss das Amtsgericht Regensburg entscheiden. Der Anwalt des Traditionalisten-Bischofs erklärte: „Sollte der Antrag erlassen werden, werden wir Einspruch einlegen.“

Papst Benedikt XVI. in der Kritik

Die Leugnung des Holocaust durch Richard Williamson hatte die katholische Kirche seinerzeit in eine schwere Krise gestürzt. Denn genau zu der Zeit, als das Interview des Holocaust-Leugners öffentlich wurde, hatte der Vatikan die Aufhebung der Exkommunikation von Williamson und von drei weiteren Bischöfen der Piusbruderschaft bekanntgegeben. Papst Benedikt XVI. war deswegen scharf kritisiert worden. Das Kirchenoberhaupt erklärte daraufhin, er habe von den Interviewäußerungen nichts gewusst und dass die vier Traditionalistenbischöfe weiterhin von den kirchlichen Ämtern suspendiert blieben.

jh/kle (kna,dpa)