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Fokus Osteuropa

Neuer Präsident der bosnischen Serbenrepublik gewählt

In der Repubika Srpska haben am vergangenen Sonntag (9.12.) Wahlen stattgefunden. Als Wahlsieger ging der Kandidat der Regierungspartei hervor. Unerwarteten Auftrieb erhielt die von Karadzic gegründete Serbenpartei SDS.

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Wahlsieger Rajko Kuzmanovic

Die Zentrale Wahlkommission hat am Montag (10.12.) die Ergebnisse der vorgezogenen Präsidentschaftswahlen in der bosnischen Serbenrepublik veröffentlicht. Die meisten Stimmen (41, 78 Prozent) erhielt Rajko Kuzmanovic, der gemäßigte Kandidat des serbischen Bundes der Unabhängigen Sozialdemokraten (SNSD) von Regierungschef Milorad Dodik. Auf Platz zwei landete Ognjen Tadic, der Kandidaten der Serbischen Demokratischen Partei (SDS), der Partei des früheren Präsidenten und mutmaßlichen Kriegsverbrechers Radovan Karadzic, mit 35,18 Prozent. Den dritten Platz belegt Mladen Ivanic von der Partei des Demokratischen Fortschritts (PDP): Für Ivanic votierten 17,1 Prozent. Die übrigen sieben Präsidentschaftskandidaten erhielten etwa ein Prozent der Stimmen. Insgesamt war die Wahlbeteiligung mit 37 Prozent niedrig. Die vorgezogenen Wahlen waren Ende September dieses Jahre angesetzt worden, weil der bisherige Präsident Milan Jelic plötzlich verstarb.

"Präsident aller Bürger"

Der zukünftige Präsident der Republika Srpska, Rajko Kuzmanovic, ist 76 Jahre alt, Vorsitzender der Akademie der Wissenschaften der Republika Srpska und ehemaliger Rektor der Universität Banja Luka. Kuzmanovic gab sich noch vor Bekanntgabe der vorläufigen Wahlergebnisse am Wahltag (9.12.) siegessicher und bedankte sich bei den Wählern für das in ihn gesetzte Vertrauen. Kuzmanovic versprach: "Ich möchte und werde der Präsident aller Bürger der Republika Srpska sein – ungeachtet ihrer nationalen, ethnischen oder Parteizugehörigkeit. Ein Präsident für alle, die die Republika Srpska lieben und daran arbeiten, dass sie fortschrittlich und erfolgreich wird."

Zweiter Platz für Karadzic-Partei

Dass Ognjen Tadic von der SDS den zweiten Platz belegte, kam für Analysten unerwartet. Erstmals seit 2000 verzeichnete die Partei einen Stimmanstieg. Auch wenn Tadic im kriegsgeschädigten Osten der Republika Srpska als Wahlsieger hervorging, reichte dies nicht für den Sieg in der gesamten Serbenrepublik. Die SDS ist trotzdem mit dem Wahlergebnis zufrieden. Tadic zufolge bedeutet es die Rückkehr der Karadzic-Partei auf die politische Bühne. "Mathematisch betrachtet ist das Rating der SDS und der SNSD bei 40 Prozent für beide Parteien. Nur steht es im Augenblick für die SNSD etwas günstiger, sie haben etwas mehr als 40 Prozent", so Tadic. Analysten zufolge soll dieser Trend – ein Stimmenzuwachs für die SDS - anhalten.

Dragan Maksimovic, DW-Bosnisch

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