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Aktuell Afrika

Neuer Mann im Kampf gegen Ebola

Die Vereinten Nationen organisieren ihre Ebola-Hilfe in Afrika neu. Weil sich der bisherige Sonderbeauftragte um die Krise im Jemen kümmert, wurde ein neuer Mann mit dem Thema betraut. Er ist aus den Niederlanden.

Die Vereinten Nationen haben Peter Jan Graaff zum neuen Leiter der UN-Ebola-Mission "Unmeer" ernannt. Graaff werde eng mit dem Sondergesandten der Vereinten Nationen für den Kampf gegen Ebola, David Nabarro, sowie mit den Regierungen der betroffenen Länder zusammenarbeiten, erklärte die Weltorganisation in New York. Der Niederländer folgt auf den Mauretanier Ismail Ould Cheikh Ahmed, der zum Sonderbeauftragten für den Jemen ernannt wurde.

Mehr als 10.800 Tote

Der 55-jährige Graaff hatte zuvor für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in mehreren afrikanischen Ländern sowie in Haiti und Afghanistan gearbeitet und war seit Oktober bereits als Ebola-Krisenmanager der Vereinten Nationen in Liberia tätig. Das westafrikanische Land ist neben seinen Nachbarstaaten Guinea und Sierra Leone am stärksten von der Epidemie betroffen. Nach Angaben der WHO starben in den vergangenen 16 Monaten mehr als 10.800 Menschen an Ebola. Beobachter gehen davon aus, dass das Schlimmste inzwischen überwunden ist.

Auch mehr Malaria-Opfer

Der durch Ebola bedingte Zusammenbruch der Gesundheitssysteme in Guinea, Sierra Leone und Liberia könnte die Zahl der Malaria-Toten um 11.000 in die Höhe getrieben haben. Fast 4000 weitere Malaria-Opfer könnte es - einer wissenschaftlichen Studie zufolge - gegeben haben, weil keine Insektenschutznetze mehr ausgeliefert wurden. Eine entsprechende Modellstudie wurde im Wissenschaftsmagazin "The Lancet" veröffentlicht. Die Ebola-Epidemie könnte damit "zu ebenso vielen Malaria-Toten geführt haben wie zu direkten Ebola-Opfern", heißt es in der Zeitschrift. "Die angemessene Malaria-Vorsorge und Behandlung wurde dadurch unmöglich", sagte Patrick Walker vom Londoner Imperial College, der die Studie leitete.

ml/haz (rtr, afp)