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Aktuell Europa

Neuer Flüchtlingsansturm in Südspanien

Es ist eine gefährliche Reise: Afrikanische Flüchtlinge überqueren das Mittelmeer zunehmend in aufblasbaren Schlauchbooten. Dadurch erlebt der Süden Spaniens einen neuen Zustrom illegaler Einwanderer.

Eine Gruppe von 54 Immigranten aus Nordafrika auf einem Schlauchboot vor der andalusischen Küste bei Algeciras (Foto:dpa)

Flüchtlinge im Schlauchboot

Allein seit vergangenem Freitag brachte die spanische Seenotrettung mehr als 200 Menschen in Sicherheit, wie die Tageszeitung "El País" berichtet. Demnach wurden in diesem Jahr bereits mehr als 1400 Migranten aus dem Meer geborgen. In rund 80 Prozent der Fälle betraf dies die Meerenge zwischen Spanien und Marokko. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr waren es etwa 1.160 Bootsflüchtlinge.

Das Flüchtlingszentrum der spanischen Hafenstadt Algeciras ist bereits ausgelastet, wie ein Sprecher der spanischen Polizeigewerkschaft SUP mitteilte. "Wenn der Zustrom anhält, droht ein Chaos." Inzwischen müssten die Flüchtlinge in der Polizeiwache untergebracht werden. Dort befänden sich schon 150 Migranten.

Flüchtlinge organisieren Überfahrt auf eigene Faust

Immer mehr Flüchtlinge entdecken dabei aufblasbare Schlauchboote als Transportmittel. Die Boote sind eigentlich ein Strandspielzeug und lediglich für bis zu drei Personen ausgelegt. Die spanische Seenotrettung treffe aber häufig auf solche Boote mit bis zu zehn Personen.

Damit nehmen die Flüchtlinge ein hohes Risiko auf sich: Die Strömungen vor Gibraltar sind zu stark, als dass sie allein mit dem Plastikruder zu bewältigen wären. Oft rufen die Einwanderer vom Meer aus mit dem Handy die spanischen Behörden an.

Der vermeintliche Vorteil der Gummiboote ist, dass sie kostengünstig sind. Die Migranten können ihre Reise dadurch selbst organisieren. Und sind nicht von Schlepperbanden abhängig, die jedem Flüchtling im Durchschnitt 900 Euro für die Überfahrt in einem Motorboot abknöpfen.

Mehr Flüchtlinge seit vorigem Jahr

In den vergangenen Jahren war der Zustrom afrikanischer Flüchtlinge nach Spanien infolge der Wirtschaftskrise und verstärkter Kontrollen drastisch zurückgegangen. Im vorigen Jahr nahm ihre Zahl aber wieder zu. Der Großteil der Flüchtlinge stammt aus Staaten südlich der Sahara. Nach dem spanischen Einwanderungsgesetz müssen sie wegen illegaler Einreise mit Abschiebung rechnen.

Nach Angaben spanischer Behörden versuchen derzeit zahlreiche Afrikaner, vor dem Einsetzen der Herbststürme in Spanien die Europäische Union über das Mittelmeer zu erreichen. Die rund 14 Kilometer schmale Meerenge bei Gibraltar ist dabei nach wie vor eine beliebte Route.

rk/gri (epd, dpa, kna, elpais.com)

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