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Kultur

Neuer DW-Studiengang geht an den Start

22 Studenten aus 13 Ländern sind frisch eingetroffen zum neuen und einzigartigen Studiengang "International Media Studies". In der Deutschen Welle wurden sie offiziell begrüßt.

Studenten betreten die Deutsche Welle durch den Haupteingang

Die neuen Studenten sind da!

Sie sind Redakteure, Moderatoren, Kommentatoren, Marketingexperten oder Deutschlehrer. Jetzt wollen sie noch einmal das Studentenleben kosten: Die Pioniere im ersten Studienjahr der "International Media Studies", dem neuen Masterstudiengang der Deutschen Welle. "Ich habe schon praktisch viele Erfahrungen mit Fernsehen und Zeitung gemacht, aber ich habe das Ganze nie theoretisch gelernt", sagt die 24-jährige Marija Ignjatovic aus Serbien. Abdallah Hamad aus Jordanien verspricht sich nach dem Studium bessere Berufschancen. "Die Deutsche Welle hat einen guten Ruf, ich denke, da werde ich gute Chancen haben", meint der Jordanier.

Ein Schritt zur Demokratisierung

Mit dem neuen Studiengang will Intendant Erich Bettermann die "Kulturbrücken" zwischen Deutschland und anderen Ländern stärken. "Freie und unabhängige Medien sind unverzichtbar, um Demokratisierung und zivilgesellschaftliche Prozesse voranzutreiben," betonte er bei der offiziellen Begrüßung der Studierenden. In vielen Entwicklungsländern fehlten die Möglichkeiten zur qualifizierten Aus-und Weiterbildung von Journalisten. Bettermann hofft, dass die Akademie der Deutschen Welle diese Lücke mit ihrem Angebot füllen kann.

Auswahl getroffen

700 Anfragen hat es gegeben, als die Ausschreibung für den Masterstudinegang bekannt wurde, 150 Bewerbungen sind danach bei der DW-Akademie eingegangen. 22 Bewerber wurden schließlich nach Sichtung aller Unterlagen und nach intensiven persönlichen Gesprächen ausgewählt. "Wir hätten auch gut dreißig nehmen können", sagt der Leiter des Studiengangs, Christoph Schmidt. Aber es standen nicht so viele Plätze zur Verfügung, schließlich soll es eine optimale Betreuung und Ausbildung der Masterstudierenden geben.

Bilingual und international

Studenten sitzen am Tisch und hören zu

Begrüßung in der DW-Akademie

Die Teilnehmer kommen aus Äthiopien, Brasilien, China und Georgien, aus Vietnam, Kenia und einer Reihe anderer Länder. Aber auch deutsche Teilnehmer sind dabei. Donata Ritter kommt aus Düsseldorf. Die Theater- und Medienstudentin interessiert sich für verschiedene Kulturen: "Ich möchte später gerne professionell im Ausland arbeiten und hoffe deshalb, bei diesem Studiengang internationale Erfahrungen zu sammeln." Die Masterstudenten sind im Durchschnitt 26 Jahre alt, bringen Studienabschluss, Medienkompetenz und internationale Erfahrung mit und sie sprechen Deutsch und Englisch oder sogar schwedisch und niederländisch wie Abdallah Hamad, der hofft, seine Sprachkenntnisse gewinnbringend einzusetzen. Deutsch und Englisch sind eine wichtige Voraussetzung, denn das Studium ist bilingual.

Theorie und Praxis

Die Deutsche Welle-Akademie

Die Deutsche Welle-Akademie

Im Bonner Funkhaus erwartet die Studierenden eine einmalige Kombination aus Praxis und Theorie, aus Wissenschaft und journalistischem Know-how. Dafür bürgt nicht nur der Sender Deutsche Welle mit seinem vielsprachigen und multimedialen Angebot, sondern auch die Akademie - ein internationales Trainingsinstitut mit langjähriger Erfahrung in der Schulung von Journalisten, Führungskräften und Medienmanagern aus Entwicklungs- und Transformationsländern. "Der neue Masterstudiengang passt sehr gut zu den anderen Aktivitäten der DW-Akademie. Er ist ein wichtiger Baustein in der Medien-Entwicklungszusammenarbeit", betont daher die geschäftsführende Direktorin, Gerda Meuer.

Methodenmix

Außerdem sind kompetente Partner mit im Boot: Die Universität Bonn mit ihrem Institut für Kommunikationswissenschaften sowie die Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg. Gemeinsam hat man das Curriculum entwickelt, das sich über vier Semester erstrecken wird. Vorlesungen, Seminare, Diskussionen, Exkursionen und Praktika sollen für eine interessante methodische Mischung sorgen. Auf dem Unterrichtsplan stehen Medienrecht und Medienethik, Medienwirtschaft und Medienpädagogik, Managementtechniken und Journalistische Praxis. All das gibt es jedoch nicht gratis. 6000 Euro Studiengebühren sind insgesamt pro Person fällig - doch es wird eine Anzahl von Stipendien geben, unter anderem vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Zum großen Teil aber wird das Studium durch Zuschüsse des Bundes und durch Drittmittel finanziert.

Master of Arts

Am Ende steht die Abschlussarbeit oder "Master Thesis". Wer alles erfolgreich durchlaufen hat, darf sich zum Schluss mit dem akademischen Titel eines "Master of Arts" schmücken. Spannend bleibt bis dahin die Frage nach der Zukunft der Studierenden. "Unser Ziel ist, dass die ausländischen Absolventen anschließend in ihre Heimatregionen zurückgehen und dort die Chance bekommen, in Führungspositionen aufzusteigen", sagt Christoph Schmidt.

Staatssekretär Erich Stather vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, wünscht sich, dass die Absolventen in ihren Heimatländern das Bild von Deutschland und von Deutscher Entwicklungspolitik prägen werden: "Ich hoffe, dass sie ein Stück zu Botschaftern Deutschlands werden."

Eine dieser Botschafterinnen könnte Emmy Jepkirui Chirchir sein. Sie will nach dem Studium in ihre Heimat Kenia zurückkehren. "Ich möchte mein Wissen anwenden, um Dokumentarfilme zu drehen". Ein gutes Arbeitsangebot in Deutschland würde sie aber auch nicht ausschlagen.

Autorinnen: Cornelia Rabitz/Gaby Reucher

Redaktion: Elena Singer

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