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Aktuell Afrika

Neuer Doppelanschlag in Nigeria

Fast eine Woche nach der verheerenden Bluttat in Maiduguri sind an gleicher Stelle wieder zwei Bomben gezündet worden. Es gab zahlreiche Opfer. Zuvor hatten mutmaßliche Boko-Haram-Kämpfer die Stadt Damaturu überfallen.

Zwei nigerianische Soldaten in Kano (Foto: rtr)

Militär im Nordosten Nigerias

Der Ablauf des Doppelanschlags auf einem belebten Markt in der Großstadt Maiduguri im Nordosten Nigerias erinnerte an den vom vergangenen Dienstag: Die zwei Selbstmordattentäterinnen rissen dieses Mal mindestens zehn Marktbesucher mit in den Tod, wie der Polizeisprecher des Bundesstaates Borno, Gideon Jibrin, mitteilte. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Laut Augenzeugen zündete eine Attentäterin den Sprengsatz, den sie am Körper trug. Nachdem sich mehrere Menschen am Tatort versammelt hatten, ging die zweite Bombe hoch.

Vor sechs Tagen hatten sich zwei Selbstmordattentäterinnen in kurzem Abstand auf demselben Markt in die Luft gesprengt. Dabei rissen sie mindestens 45 Menschen mit in den Tod. Das Gebiet um Maiduguri zählt zu den Hochburgen der militanten Extremistengruppe Boko Haram.

Nigerianische Soldaten (Archivfoto: imago/PanoramiC)

Trotz zusätzlicher Soldaten im Norden Nigerias verbreiten Boko-Haram-Terroristen weiter Tod und Angst

Damaturu überfallen

Nur Stunden zuvor hatten mutmaßliche Boko-Haram-Terroristen Damaturu, die Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaates Yobe, überfallen und etliche Menschen getötet. Laut Polizei griffen mehr als 100 schwer bewaffnete Kämpfer mit dem Schlachtruf "Gott ist groß" die Stadt an. Sie versuchten zunächst, die Universität zu stürmen. Eine Polizeistation ging in Flammen auf.

Anwohner berichten über dem Kurznachrichtendienst Twitter von schweren Explosionen. Die Straßen seien leergefegt, die Menschen verschanzten sich in ihren Häusern. Nach Angaben der Polizei konnten Sicherheitskräfte und Soldaten, unterstützt durch Kampfjets, die Angreifer später zurückschlagen. Bewohner sprechen allerdings von anhaltenden Schusswechseln.

In den vergangenen Wochen waren Boko-Haram-Kämpfer nahe an Damaturu herangerückt. Die Terrormiliz, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahesteht, versucht seit 2009, den Nordosten des Landes mit Terror und Gewalt unter ihre Kontrolle zu bringen, um dort einen Gottesstaat zu errichten. Yobe ist einer von drei Bundesstaaten, in dem wegen der unzähligen Bluttaten der Terrorgruppe der Ausnahmezustand gilt. Erst am Freitag waren bei einem Anschlag auf die Zentralmoschee von Kano, der größten Stadt im Norden Nigerias, mehr als 100 Menschen getötet worden.

se/pg (afp, dpa, rtr, epd)