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Aktuell Kultur

Neuer Direktor am Jüdischen Museum

Das Jüdische Museum Berlin bekommt zum 1. September einen neuen Chef: Nachfolger des Gründungsdirektors W. Michael Blumenthal wird der Judaist Peter Schäfer.

W. Michael Blumenthal als Direktor des Jüdischen Museums Berlin. © JMB, Foto: Yves Sucksdorff

Peter Schäfer und W. Michael Blumenthal (v.l)

Eine Ära geht zu Ende: Nach 17 Jahren an der Spitze des

Jüdischen Museums

legt der 88-jährige Gründungsdirektor W. Michael Blumenthal sein Amt auf eigenen Wunsch nieder. Der 70-jährige Judaist Peter Schäfer wurde vom Stiftungsrat zum Nachfolger Blumenthals berufen, wie das Jüdische Museum am 19. Juni in Berlin bekannt gab.

Schäfer kündigte an, er wolle Blumenthals Richtung ganz entschieden weiterführen. Von Anfang an habe sein Vorgänger das Jüdische Museum für eine breite Öffentlichkeit konzipiert: Von Kindern bis zu Senioren, von Leuten, die etwas vom Judentum verstehen, bis zu Leuten, die davon gar nichts wissen. Das habe sein Vorgänger "unglaublich gut" gemacht - und so das Thema Judentum hierzulande ins öffentliche Bewusstsein gebracht, wie niemand anderes vor ihm.

Ein anspruchsvolles Amt

Außenansicht Jüdisches Museum Berlin, Libeskind-Bau mit Garten des Exils und Holocaust-Turm © JMB, Foto: Yves Sucksdorff

Das Jüdische Museum in Berlin

Die Leitung des Jüdischen Museums in der Hauptstadt ist weit mehr als nur ein Direktorium. Unter Blumenthals Ägide ist das Haus zur internationalen Adresse der jüdischen Museumswelt aufgestiegen, mit 700.000 Besuchern zählt es zu den am besten besuchten Häusern der Stadt.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters zeigte sich zuversichtlich, dass Schäfer der schwierigen Nachfolge gewachsen sei: "Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, mit Professor Schäfer einen international wirkenden und renommierten Experten der Judaistik zu gewinnen." Sie sei sicher, dass er das Werk Blumenthals engagiert fortführen, an die bisherigen Erfolge anknüpfen und eigene Akzente setzen werde.

Ein renommierter Wissenschaftler

Anders als sein Vorgänger W. Michael Blumenthal hat Schäfer keine jüdischen Wurzeln. Der gebürtige Nordrhein-Westfale studierte in Bonn, Jerusalem und Freiburg, 1968 promovierte er in Judaistik. Schäfer lehrte an Universitäten in Tübingen, Köln und an der FU Berlin. Von 2005 bis 2013 war er außerdem Direktor des Studienprogramms Judaistik in Princeton. 1993 wurde er mit der theologischen Ehrendoktorwürde in Utrecht ausgezeichnet und 2007 mit der philosophischen Ehrendoktorwürde der Universität Tel Aviv geehrt.

W. Michael Blumenthal, Monika Grütters und Peter Schäfer (v.l). © JMB, Foto: Yves Sucksdorff

W. Michael Blumenthal, Monika Grütters und Peter Schäfer (v.l).

Sein Vorgänger W. Michael Blumenthal wurde am 3. Januar 1926 in Oranienburg bei Berlin als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Bankiersfamilie geboren. 1939 musste die Familie vor den Nationalsozialisten nach Shanghai fliehen. Später emigrierte sie in die USA. Dort wurde der studierte Staatswissenschaftler und Ökonom unter anderem US-Finanzminister unter Präsident Jimmy Carter. Blumenthal will Schäfer während der Übergangszeit beraten.

as/nf (dpa/Deutschlandradio/Jüdisches Museum)

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