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Dopingverdacht

Neuer Datensatz: WADA sieht Doping-Beweislast gegen Russland gestärkt

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hat nach eigenen Angaben neue Daten zum mutmaßlichen Staatsdoping Russlands bei den Olympischen Winterspielen 2014 erhalten. Ist es das entscheidende Puzzleteil in der Beweiskette?

Symbolbild Leichtathletik Russland Doping (picture-alliance/AP Photo)

Ein Eislauffan schwenkt die russische Fahne bei den Winterspielen in Sotschi 2014

Das hauseigene Ermittlerteam sei in den Besitz des so genannten Laboratory Information Management Systems des Moskauer Labors gelangt, teilte die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA mit. Die Datensammlung enthält demnach alle Doping-Testdaten zwischen Januar 2012 und August 2015. Während dieses Zeitraums sollen in Russland tausendfach Dopingfälle vertuscht worden sein. Laut WADA haben das neue Datenmaterial und die Querverweise zu den Erkenntnissen des unabhängigen Sonderermittlers Richard McLaren "die Beweisbasis der WADA gestärkt".

Am 15. und 16. November sollen die Ergebnisse der Auswertung an das WADA-Exekutivkomitee weitergeleitet werden. Anfang Dezember will das Internationale Olympische Komitee (IOC) entscheiden, ob russische Sportler an den Winterspielen im Februar in Pyeongchang 2018 teilnehmen dürfen.

WADA stärkt McLaren den Rücken

In ihrer Erklärung vom Freitag stellte sich die WADA noch einmal hinter den im Juli 2016 veröffentlichten Report von Richard McLaren. In dem Bericht waren Hinweise auf ein staatlich gelenktes Dopingsystem in Russland vorgelegt worden. Kronzeuge war der ehemalige Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors, Grigori Rodtschenkow, der mittlerweile in den USA lebt. Die oberste russische Ermittlungsbehörde hatte am Mittwoch alle Vorwürfe der WADA wegen des angeblichen Staatsdopings für widerlegt erklärt.

Woher die WADA die Daten erhalten hat, sagte sie nicht. Nach Informationen der "New York Times" stammen sie von einem Whistleblower, der aktiv wurde, nachdem die russische Seite die Herausgabe verweigert hatte. Details aus dem Datensatz nannte die WADA nicht. Die für den Coup verantwortliche WADA-Abteilung für Aufklärung und Ermittlung wird vom Deutschen Günter Younger geleitet.

McLaren hatte in zwei Berichten festgestellt, dass von einem staatlich gelenkten Dopingsystem in Russland zwischen 2011 und 2015 mehr als 1000 Athleten profitiert hätten. Die WADA verwies am Freitag noch einmal ausdrücklich auf Details: So habe das Moskauer Labor "in völliger Verletzung der internationalen Standards" dem Sportministerium alle positiven Analysen gemeldet, woraufhin das Ministerium mit einer "Rettungs- oder Quarantäne-Anordnung" die Tests der Athleten "negativ" meldete.

Video ansehen 00:20

Richard McLaren: "Das IOC muss jetzt handeln"

Lebenslange Olympia-Sperren

Auch auf Basis dieser Erkenntnisse hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) in den vergangenen Tagen gegen erste russische Sportler lebenslange Olympia-Sperren verhängt. Verhandlungen gegen 21 weitere russische Athleten laufen noch. Seit den jüngsten Sperren, unter anderem gegen Langlauf-Olympiasieger Alexander Legkow, hatten die Russen den Ton gegenüber WADA und IOC verschärft. Mehrere Politiker forderten einen Boykott der Spiele von Pyeongchang, wenn das IOC tatsächlich die russische Hymne verbieten oder Athleten von der Eröffnungsfeier ausschließen würde. Unter anderem diese Maßnahmen erwäge das IOC zur Zeit, schrieb die "New York Times".

kle/ie (sid, dpa, ape, rtre)

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