1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wissen & Umwelt

Neuer Antikörper gegen Dengue-Fieber entdeckt

Britische Forscher haben Antikörper isoliert, die alle bekannten Varianten des Dengue-Virus angreifen. Die Entwicklung eines Impfstoffes könnte aber noch Jahre dauern.

Ein Mosquito (Foto: AP /USDA)

Dengue Fieber wird durch Gelbfiebermücken und Tigermücken übertragen.

Ein britisches Forscherteam hat am Montag (15. Dezember 2014) die Entdeckung eines Antikörpers

bekanntgegeben,

der gegen alle vier Arten des Dengue-Virus wirkt. Um Dengue effektiv bekämpfen zu können ist das besonders wichtig. Und es ist besonders kompliziert, denn die vier bekannten Typen DENV-1 bis DENV-4 unterscheiden sich zu 30 bis 35 Prozent in ihren Eiweißstrukturen.

Patienten die mit einem der vier Typen infiziert wurden, bilden gegen diesen einen Dengue-Typen zwar eine Immunität aus, nicht aber gegen die anderen drei. Nun wächst die Hoffnung, dass eine umfassende Impfung gegen das tückische Virus in greifbare Nähe rückt.

Menschen schlafen in Honduras unter Mosquitonetzen

Das einzige was heute wirklich hilft: Einen Mückenstich von Anfang an vermeiden.

Eiweißabschnitt greift alle Viren-Typen an

Die Forscher hatten zunächst aus menschlichen Zellen 145 Antikörper gegen die verschiedenen Dengue-Typen isoliert und charakterisiert. Dabei stießen sie auf ein vorher unbekanntes Epitop.

Ein Epitop ist eine spezifische Antigen-Oberfläche, die in der Lage ist, andere Eiweißabschnitte, wie etwa Antikörper oder T-Zell-Rezeptoren, zu binden. Dieses Epitop wirkte gegen alle Dengue-Typen. Dabei zerstörte es Viren sowohl in den Zellen von Insekten, als auch beim Menschen.

Die Mediziner schätzen, dass jährlich etwa 400 Millionen Menschen an dem Dengue-Virus erkranken. Es wird von der Gelbfiebermücke und der Asiatischen Tigermücke übertragen. Die Hauptverbreitungsgebiete sind die tropischen Bereiche Afrikas, Asiens und Amerikas. Es kommt aber immer wieder auch zu Infektionen in gemäßigteren Zonen, etwa in Kalifornien oder im Mittelmeer-Raum.

Die Zweite Infektion verläuft schlimmer

Eine Infektion löst hohes Fieber und Übelkeit aus sowie Kopf- und Muskelschmerzen. Patienten werden zwar nach einer Erstinfektion immun gegen den jeweiligen Typ, sollten sie sich aber danach mit einem anderen Typen infizieren, fällt die Erkrankung oft ungleich schwerer aus.

Dabei kann es dann auch zu Schockzuständen und inneren Blutungen, also einem hämorrhagischen Fieber, kommen. Im schlimmsten Fall kann das dann auch tödlich enden.

Dieser Effekt wird durch Infektionsverstärkende Antikörper (ADE) ausgelöst. Das sind Antikörper, die sich bei der Erstinfektion bilden und dabei an der Oberfläche des Virus binden. Aber sie neutralisieren das Virus nicht. Bei einer Zweitinfektion verbessern sie dann die Aufnahme des Virus in die Zelle und begünstigen seine Vermehrung. Das erschwert die Entwicklung von Impfstoffen, weil sichergestellt werden muss, dass durch eine Impfung keine Infektionsverstärkenden Antikörper gebildet werden.

Ein Mann behandelt ein Haus in Honduras mit Pestiziden (Foto EPA/ Gustavo Amador)

In Honduras geht die Regierung mit Pestiziden gegen die Mücken vor.

Ein anderer Impfstoff schon 2015?

Die Entwicklung eines Impfstoffes auf Grundlage des neu entdeckten Antikörpers könnte allerdings noch Monate oder sogar Jahre dauern.

Unterdessen könnte ein anderer vielversprechender Impfstoff schon Mitte 2015 marktreif sein: Der Impfstoff ChimeriVax von der Firma Sanofi Pasteur wird derzeit in einer Phase-3-Studie an über 10.000 Kindern und Erwachsenen in mehreren Ländern Südost-Asiens und Lateinamerikas erprobt. Auch dieser Wirkstoff zielt auf alle vier Typen des Dengue-Virus ab.

WWW-Links

Audio und Video zum Thema