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Politik & Gesellschaft

Neuer Anschlag auf die Bundeswehr

Wieder ist ein deutscher Soldat bei einem Anschlag auf die Bundeswehr in Nordafghanistan getötet worden. Zwei Bundeswehr-Soldaten wurden schwer und drei leicht verletzt.

Bundeswehr-Soldaten überwachen am nach einer Explosion in Kabul die Umgebung. (Foto: ap)

Fünf Tage nach dem verheerenden Anschlag in Nordafghanistan ist in der Region erneut ein deutscher Soldat getötet worden. Die Bundeswehr bestätigte den Tod des Soldaten bei einem Sprengstoffanschlag in der Provinz Baghlan am Donnerstag (02.06.2011). Demnach wurden außerdem zwei Bundeswehr-Soldaten schwer und drei weitere leicht verletzt. In der Ausführung des Einsatzführungskommandos ans Parlament heißt es: "Bei dem Anschlag wurde ein Schützenpanzer Marder angesprengt, dabei ist ein deutscher Soldat gefallen." Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.

Der Soldat ist der vierte getötete Deutsche in Nordafghanistan in nicht einmal zehn Tagen. Zu dem Anschlag kam es um 9.54 Uhr Ortszeit (07:24 Uhr MESZ) 36 Kilometer südlich von Kundus. Die Verletzten seien per Hubschrauber ins Feldlazarett ins Bundeswehr-Camp nach Kundus und Masar-i-Scharif gebracht worden. Der getötete Soldat sei noch "am Anschlagsort gefallen", heißt es in der Erklärung für die Abgeordneten. Die Patrouille der Soldaten gehörte zu einem der beiden Ausbildungs- und Schutzbataillone der Bundeswehr, die in Afghanistan im Einsatz sind, wie ein Bundeswehrsprecher sagte. Diese Bataillone sollen in der Region verstärkt Präsenz zeigen und afghanischen Soldaten bei gemeinsamen militärischen Aktionen ausbilden. Die Soldaten des betroffenen Bataillons sind vor allem in der Provinz Baghlan im Einsatz, wo die Bundeswehr einen Außenposten eingerichtet hat.

"Menschen in Afghanistan brauchen unsere Unterstützung"

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU). (Foto: dapd)

Verteidigungsminister Thomas de Maizière: "Vor Gewalt darf man nicht weichen"

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hält ungeachtet der jüngsten Anschläge auf Bundeswehrsoldaten an dem Einsatz fest. "Vor Gewalt darf man nicht weichen. Wenn wir jetzt gingen, würden das Vertrauen und das Selbstvertrauen der Afghanen erst recht erschüttert", sagte der Minister am Rande des evangelischen Kirchentages in Dresden: "Die Menschen in Afghanistan brauchen unsere Unterstützung."

Die Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Renate Künast und Jürgen Trittin, sprachen den Angehörigen des getöteten Soldaten ihr Beileid aus. "In diesen Tagen bekommen wir besonders schmerzlich vor Augen geführt, mit welchem hohen Einsatz sich unsere Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan engagieren."

Tödliche Anschläge häufen sich

Brigadegeneral Frank Leidenberger, hinten links, und der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, salutieren im Feldlager Masar-i-Scharif der Bundeswehr zum Abschied vor dem Sarg eines ihrer gefallenen Kameraden. (Foto: apn)

Beim Afghanistan-Einsatz sind mindestens 52 deutsche Soldaten ums Leben gekommen

Erst am vergangenen Samstag waren bei einem Anschlag am Sitz des Gouverneurs der Provinz Tachar zwei deutsche Soldaten getötet und sechs weitere verletzt worden. Unter den Verletzten des Anschlags von Talokan war auch der Regionalkommandeur der Internationalen Schutztruppe (ISAF) für Nordafghanistan, General Markus Kneip. Eine Soldatin wurde schwer verwundet und befindet sich weiter in einem kritischen Zustand, aber nicht mehr in akuter Lebensgefahr. Am Mittwoch vergangener Woche war außerdem bei einem Sprengstoffanschlag auf eine deutsche Patrouille in der Provinz Kundus ein Bundeswehrsoldat getötet worden. Ein weiterer Soldat und ein afghanischer Übersetzer waren bei der Attacke verletzt worden.

Seit Beginn des Bundeswehr-Einsatzes im Rahmen der NATO-Truppe ISAF Anfang 2002 starben insgesamt 52 deutsche Soldaten, 34 davon bei Gefechten oder Anschlägen. Derzeit sind rund 5000 deutsche Soldaten am Hindukusch stationiert.


Autor: Arne Lichtenberg (mit afp, dpa und epd)
Redaktion: Marko Langer

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