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Aktuell Nahost

Neuer Anlauf für Verhandlungen über dauerhafte Waffenruhe

Nach dem Beginn einer neuen Waffenruhe im Gaza-Krieg versuchen Israelis und Palästinenser, doch noch einen Ausweg aus dem Konflikt zu finden. Unterdessen kamen erste verletzte Palästinenser in der Türkei an.

Israelische Unterhändler haben sich zu neuen Verhandlungen über einen Waffenstillstand in der ägyptischen Hauptstadt Kairo eingefunden. Von dort waren sie am Freitag abgereist, nachdem die Palästinenser wieder Raketen Richtung Israel abgefeuert hatten. Direkte Gespräche mit der palästinensischen Seite soll es zunächst nicht geben.

Beide Parteien des Gaza-Konflikts wollen mit Hilfe der ägyptischen Vermittler zu einer Einigung gelangen. Zur Diskussion stand bei den Verhandlungen erneut die von Israel geforderte Abrüstung der radikalislamischen Hamas sowie die Freigabe des Güter- und Personenverkehrs in und aus dem palästinensischen Küstengebiet. Die Aufhebung der See- und Landblockade sowie ein eigener Seehafen sind Hauptforderungen der Palästinenser.

Die seit Mitternacht geltende dreitägige Feuerpause scheint zu halten. Nach Inkrafttreten habe es keine Angriffe mehr gegeben, sagte eine israelische Militärsprecherin. Kurz zuvor hätten militante Palästinenser noch eine Rakete auf Tel Aviv abgefeuert.
Ein bei einer Razzia im Westjordanland getöteter Palästinenser wird auf einer Bahre getragen (Foto: Reuters)

Bei einer Razzia getötet: Palästinenser im Westjordanland

Tödlicher Zwischenfall bei Razzia

Bei einer Razzia im besetzten Westjordanland haben israelische Soldaten nach Angaben von Ärzten einen Palästinenser erschossen, sechs weitere seien verletzt worden, berichteten Augenzeugen. Zudem sei ein Teil des Hauses, in dem der Erschossene wohnte, von Bulldozern der israelischen Armee eingerissen worden.

Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf palästinensische Sicherheitskräfte berichtet, war der Mann ein Aktivist der Fatah. Eine israelische Militärsprecherin teilte auf Anfrage mit, er habe sich seiner Festnahme widersetzt und auf Sicherheitskräfte gefeuert, die sein Haus umstellt hatten. Darin habe man später auch mehrere Panzerabwehrraketen gefunden. Der Palästinenser war wegen mutmaßlicher Schüsse auf Soldaten gesucht worden. In den vergangenen Tagen war es wegen der israelischen Angriffe auf den Gazastreifen auch im Westjordanland wiederholt zu Protesten gegen die israelischen Besatzer gekommen.

Türkei behandelt verletzte Palästinenser

In der Türkei sind unterdessen die ersten im Gaza-Konflikt verletzten Palästinenser eingetroffen. Außenminister Ahmet Davutoglu begrüßte die drei Frauen und einen Jugendlichen am Flughafen in Ankara. Danach wurden sie in ein Krankenhaus gebracht. In einem ersten Schritt würden rund 200 Palästinenser zur medizinischen Behandlung in der Türkei aufgenommen, sagte Davutoglu. Die Verletzten würden per Flugzeug in Gruppen von etwa 40 Personen in das Land gebracht.

In der vergangenen Woche hatte Davutoglu angekündigt, die Türkei wolle einen Luftkorridor einrichten, um Verletzte aus dem Gazastreifen auszufliegen. Der frisch gewählte türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bestätigte dies in seiner ersten Rede nach dem Wahlsieg.

jj/kle/kis (dpa, rtr, ap)