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Wirtschaft

Neuer Airport in Berlin öffnet... irgendwann

Für den neuen Flughafen der deutschen Hauptstadt zeichnet sich das nächste Debakel ab. Auch der Starttermin im März 2013 ist nicht zu halten. Nun muss der Aufsichtsrat wieder ein neues Datum festlegen.

ARCHIV - Das Terminal des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld, aufgenommen am 30.05.2012. Das Planfeststellungsverfahren für den neuen Hauptstadtflughafen wird nicht wieder aufgerollt. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat am Dienstag (31.07.2012) entsprechende Anwohner-Klagen zurückgewiesen. Foto: Patrick Pleul dpa/lbn/lsn +++(c) dpa - Bildfunk+++

Bundesverwaltungsgericht billigt Flughafenplanung

Die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Berlin-Schönefeld wird ein drittes Mal verschoben - voraussichtlich um gut ein halbes Jahr. Brandenburgs Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) bestätigte am Dienstag (04.09.2012), dass der zuletzt geplante, aber bald schon wieder bezweifelte Termin 17. März 2013 nicht zu halten sein wird. Der neue Technikchef Horst Amann werde die Verschiebung in einer vorgezogenen Aufsichtsratssitzung an diesem Freitag vorschlagen, sagte Platzeck, der dem Kontrollgremium selbst angehört, dem Berliner "Tagesspiegel" und dem Sender RBB. Das Gremium werde dann über einen neuen Termin im Herbst 2013 beraten.

Nun im Herbst 2013?

Als mögliches Datum gilt der 27. Oktober 2013 - an diesem Tag wechseln die Fluggesellschaften vom Sommer- in den Winterflugplan. Flughafensprecher Ralf Kunkel hatte in der Nacht lediglich bestätigt, dass die Aufsichtsratssitzung um eine Woche auf diesen Freitag vorgezogen werde. Zur neuerlichen Verschiebung der Eröffnung wollte er keinen Kommentar abgeben.

Branchenprimus Lufthansa reagierte gelassen auf die absehbare nochmalige Verschiebung des Eröffnungstermins. "Gründlichkeit und Zuverlässigkeit geht vor Schnelligkeit", sagte Sprecher Wolfgang Weber am Dienstag in Berlin. "Wir wollen keinen Holperstart, sondern einen guten Start für den Flughafen."

Die Inbetriebnahme des Hauptstadtflughafens war bereits zweimal verschoben worden, zuletzt vom 3. Juni 2012 auf den 17. März 2013. Grund dafür war nach offiziellen Angaben die noch nicht funktionstüchtige Brandschutzanlage. Allerdings gab es Zweifel, ob alle anderen Teile der Gebäudetechnik betriebsbereit waren, etwa die Gepäckbeförderung.

Später und teurer

Der Flughafen hatte zuletzt mit Mehrkosten von knapp 1,2 Milliarden Euro gerechnet. Etwa die Hälfte davon entfällt allein auf Ausgaben für zusätzlichen Lärmschutz, den ein Gericht den Anwohnern zugesprochen hatte. Der Rest entsteht unter anderem aus Mehrkosten für den Bau und den längeren Betrieb der alten Flughäfen.

 Auf der kommenden Aufsichtsratssitzung soll auch über ein neues Finanzierungskonzept beraten werden. Gesellschafter des Flughafens sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund. Im August hatte der Aufsichtsrat beschlossen, die drohende Zahlungsunfähigkeit des Flughafens mit einer Finanzspritze abzuwenden.

Nach der Verschiebung des auf Anfang Juni angesetzten Eröffnungstermins musste Technikchef Manfred Körtgen seinen Posten räumen. Sein Nachfolger Horst Amann versucht seit seinem Amtsantritt Anfang August, sich ein genaues Bild von der Lage am halbfertigen Flughafengebäude zu machen. Vor allem auf seine Einschätzung dürfte sich der Aufsichtsrat bei seinen Entscheidungen am Freitag stützen.

Zuletzt war über Überlegungen berichtet worden, dass der Flughafen in zwei Etappen im März und im Oktober 2013 eröffnet werden könnte. Nunmehr soll er auf einen Schlag in Betrieb gehen, die Flughäfen Tegel und Alt-Schönefeld würden deshalb am 26. Oktober geschlossen.

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