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Frankreich

Neuer Ärger für François Fillon

Hat der französische Präsidentschaftskandidat in der Affäre um die (Schein-)Beschäftigung seiner Ehefrau sogar Dokumente gefälscht? Anders als Fillon zog Innenminister Le Roux sofort die Konsequenzen aus Enthüllungen.

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Frankreich Innenminister tritt zurück

Jetzt könnte es endgültig eng werden für den konservativen Präsidentschaftskandidaten: Die französische Justiz hat die Ermittlungen gegen François Fillon laut Medienberichten ausgeweitet. Es gehe um den Verdacht des "schweren Betrugs und der Fälschung", heißt es aus Paris.

Im Zusammenhang mit der Affäre um die jahrelange Beschäftigung seiner Ehefrau Penelope und zwei seiner Kinder auf Parlamentskosten hat die Justiz bereits ein Ermittlungsverfahren gegen Fillon eingeleitet - unter anderem wegen mutmaßlicher Veruntreuung von Staatsgeldern.

Penelope Fillon (picture-alliance/abaca/C. Liewig)

680.000 Euro aus der Parlamentskasse: Penelope Fillon

Die Zeitung "Le Monde" berichtet nun, die Pariser Finanzstaatsanwaltschaft habe den Ermittlungsrichtern zusätzliche Unterlagen übergeben. Die Justiz frage sich, ob die Eheleute möglicherweise falsche Dokumente ausstellten, um die Gehälter für Fillons Frau zu rechtfertigen. Dazu sollen von der 61-Jährigen abgezeichnete Gehaltszettel mit "unterschiedlichen Berechnungen von Arbeitsstunden" gehören.

Ihr Anwalt wies die Vorwürfe zurück. Von Fälschungen könne keine Rede sein, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

"Einige Fehler gemacht"

Die Justiz ermittelt gegen Fillon zudem wegen des Verdachts der Bestechlichkeit. Von einem befreundeten Anwalt nahm er Luxusanzüge im Wert von 13.000 Euro an, wie der Jurist vor einigen Tagen mitteilte. Fillon selbst bezeichnete die Angelegenheit als Privatsache.

Der 63 Jahre alte Erzkatholik - lange mit dem Image eines "Saubermanns" - wurde ursprünglich als Favorit für die Präsidentschaftswahl am 23. April gehandelt. Mittlerweile werden ihm kaum noch Chancen eingeräumt, es in die Stichwahl im Mai zu schaffen.

Dessen ungeachtet vertritt Fillon nach wie vor die Position, alles sei mit rechten Dingen zugegangen. Auch weigert er sich beharrlich, von der Präsidentschaftskandidatur zurückzutreten. In der Fernsehdebatte der fünf aussichtsreichen Kandidaten am Montagabend sagte Fillon: "Ich habe einige Fehler gemacht und habe Schwächen, aber wer hat die nicht?"

Le Roux wirft Handtuch

Bruno Le Roux (picture-alliance/AP Photo/K. Zihnioglu)

Auch im Visier der Staatsanwaltschaft: Bruno Le Roux

Im Gegensatz zu Fillon hatte der französische Innenminister Bruno Le Roux am Dienstag seinen Rücktritt erklärt - keine 24 Stunden nach einem Fernsehbericht über die Beschäftigung seiner Töchter als parlamentarische Mitarbeiterinnen. Die Finanzstaatsanwaltschaft hatte zuvor vorläufige Ermittlungen gegen Le Roux wegen einer möglichen Scheinbeschäftigung eingeleitet. Der sozialistische Politiker versicherte: Die Verträge seiner Töchter hätten "natürlich alle der wirklich geleisteten Arbeit" entsprochen.

wa/cr (afp, dpa)

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