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Aktuell Europa

Neue Zyperngespräche geplant

Zypern ist seit den siebziger Jahren ein geteiltes Land. Verhandlungen zwischen der türkischen und griechischen Seite waren vor Kurzem gescheitert. Doch nun gibt es neue Hoffnung.

Zypern Konflikt symbol (Reuters/Y. Kourtoglou)

UN-Sekretär Ban Ki-Moon mit dem zyperntürkischen Repräsentanten Mustafa Akinci (links) und dem Präsidenten des griechischen Zyperns, Nicos Anastasiades. Die Verhandlungen von Anfang November in Mont Pelerin (Schweiz) waren gescheitert

Die Repräsentanten der griechischen und türkischen Zyprer, Nikos Anastasiades und Mustafa Akinci, haben sich nach mehrstündigen Gesprächen darauf geeinigt, ihre Verhandlungen zur Lösung der Zypernfrage wieder aufzunehmen. Die Verhandlungen waren Mitte November trotz zahlreicher Fortschritte mehrmals unterbrochen worden und wurden dann von den Konfliktparteien für gescheitert erklärt.

Für die Wiederaufnahme der Verhandlungen sind zunächst mehrere Treffen auf Zypern geplant. Ab dem 9. Januar sollen die bilateralen Gespräche zwischen Anastasiades und Akinci in die Schweiz verlegt werden. Dort soll es auch zu einer multilateralen Konferenz kommen, an der neben den Zyprern die Garantiemächte Türkei und Griechenland sowie die ehemalige zyprische Kolonialmacht Großbritannien teilnehmen sollen. Vertreter internationaler Organisationen werden auch anwesend sein.

Streitigkeiten bei Territorialfragen

Angestrebt wird ein föderaler Staat mit zwei politisch gleichberechtigten Bundesländern. Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention im Jahr 1974 geteilt. Der griechische Teil der Inselrepublik ist seit 2004 EU-Mitglied. Der türkischsprachige Norden von Zypern, der sich nach der Militärintervention für unabhängig erklärt hatte, wird nur von der Türkei als Staat anerkannt.

Hauptstreitpunkte bei den Verhandlungen bleiben nach wie vor Sicherheits- und Territorialfragen. Für die vorgesehenen Gespräche in Genf sollen die beiden Repräsentanten der zyprischen Regionen jeweils eine Karte vorstellen, auf der sie die Grenzen der zukünftigen Bundesländer einzeichnen. Türkische Zyprer befürchten einen Grenzverlauf, der einige ihrer Gebiete zu griechischen macht und sie zur Umsiedlung zwingt.

Die Repräsentanten müssen sich außerdem darüber einigen, wie viele griechische Zyprer Anspruch auf verlorene Häuser und Besitztümer erheben könnten. Ein weiterer Streitpunkt ist die Forderung der Zyperntürken, dass türkische Militärkräfte auf der Insel anwesend sein dürfen. Die türkische Minderheit auf Zypern fordert das als Schutz, während die griechischen Zyprer die Militärpräsenz der Türkei ablehnen.

lf/gri (dpa/ap)

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