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Aktuell Europa

Neue Zypern-Gespräche noch in weiter Ferne

Zeichen einer Annäherung: Nach längerer Funkstille hat sich Zyperns Präsident mit dem Anführer der türkischen Zyprer getroffen. Von Euphorie ist wenig zu merken - in der Kernfrage liegen beide Seiten weit auseinander.

Es geht um die Frage, welche Staatsform die geteilte MIttelmeerinsel nach einer Wiedervereinigung haben soll. Seit 2012 stocken die Gespräche darüber - um herauszufinden ob und wann sie weitergehen, trafen sich Zyperns Präsident Nikos Anastasiades (Foto: rechts) und Dervis Eroglu, der Anführer der türkischen Zyprer, zu einem Sondierungsgespräch.

Einen Durchbruch haben sie nicht erzielt. Der Weg zu den Gesprächen sei noch weit, sagte Anastasiades nach dem zweieinhalbstündigen Treffen in Zyperns Hauptstadt Nikosia vor Journalisten. Man habe sich nicht auf eine gemeinsame Erklärung zum weiteren Vorgehen einigen können. Allerdings würden die Bemühungen fortgesetzt, kündigte er wenig später im Fernsehen an. Eroglu versicherte, er sei bereit, ohne Vorbedingungen in Gespräche zu gehen.

Föderation gegen Konförderation

Einig sind sich beide Seiten darüber, dass sie die Wiedervereinigung wollen - doch über die Form die künftigen Zyperns gehen die Vorstellungen weit auseinander. Die griechischen Zyprer streben eine Föderation zweier Bundesstaaten mit einer starken Zentralregierung an. Die türkischen Zyprer wollen dagegen eine lose Konföderation zweier unabhängiger Staaten.

Zypern ist seit 1974 geteilt. Türkische Truppen nahmen damals das nördliche Drittel der Insel ein – eine militärische Antwort auf einen griechisch inspirierten Staatsstreich, der auf den Zusammenschluss Zyperns mit Griechenland abzielte. Während die Türkische Republik Nordzypern lediglich von der Türkei anerkannt ist, ist die Republik Zypern im Südteil der Insel seit 2004 EU-Mitglied.

dh/sti (afp, dpa)