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Aktuell Welt

Neue Zuspitzung in Nahost

Während der militärische Schlagabtausch im Gaza-Konflikt weitergeht, wurde in der israelischen Metropole Tel Aviv ein Anschlag auf einen Bus verübt. Nach ersten Meldungen gab es Verletzte.

Nach israelischen Medienberichten wurden bei dem Bombenanschlag mindestens zehn Menschen verletzt, drei von ihnen schwer. Der Anschlag ereignete sich auf dem Schaul-Hamelech-Boulevard im Zentrum Tel Avivs. Ein Vertreter von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem Terroranschlag.

Der israelische Rundfunk meldete, es handele sich nicht um einen palästinensischen Selbstmordanschlag. Möglicherweise habe ein Attentäter eine Bombe gelegt und sei entkommen. Die Fenster des Busses seien von der Wucht der Explosion zersplittert. Fernsehbilder zeigten den beschädigten Bus (Artikelbild), aus dem dichter Rauch aufstieg.

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Keine Waffenruhe zwischen Hamas und Israel

Der Anschlag ereignete sich am achten Tag der israelischen Luftwaffen-Offensive gegen den Gaza-Streifen, die eine Reaktion auf den tagelangen Raketenbeschuss Israels durch militante Palästinenser ist. In Gaza-Stadt gaben Extremisten Freudenschüsse in die Luft ab, als lokale Rundfunkstationen die Nachricht von dem Anschlag in Tel Aviv verbreiteten.

Auch in der Nacht zum Mittwoch (21.11.2012) ging der militärische Schlagabtausch weiter, nachdem sich Hoffnungen auf einen Waffenstillstand zwischen Israel und der im Gaza-Streifen herrschenden Hamas am Dienstagabend nicht erfüllt hatten. Die Zahl der Todesopfer im Gaza-Streifen stieg nach palästinensischen Angaben inzwischen auf fast 140. In Israel starben durch Raketenangriffe fünf Menschen. Fast 1000 Menschen erlitten Verletzungen, die meisten von ihnen Palästinenser.

In die diplomatischen Bemühungen um eine Entschärfung des Konflikts schaltete sich auch US-Außenministerin Hillary Clinton ein. Nach ihrer Ankunft in Jerusalem rief sie am Dienstagabend zu einer dauerhaften Lösung zwischen Israel und den Palästinensern im Gazastreifen auf. "Das Ziel muss ein tragfähiges Ergebnis sein, das die regionale Stabilität fördert und die Sicherheit und legitimen Erwartungen sowohl der Israelis als auch der Palästinenser voranbringt", sagte Clinton nach einem Treffen mit Netanjahu.

Neben Clinton bemühen sich auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, mehrere arabische Staaten unter Führung Ägyptens sowie Bundesaußenminister Guido Westerwelle um eine Deeskalation. Westerwelle führte am Dienstag Gespräche in Jerusalem, Ramallah und Kairo.

wl/gd (dpa, afp, rtr, dapd)

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