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Globalisierung

Neue Zentrale: McDonald's zieht es nach Großbritannien

McDonald's verlegt seine internationale Zentrale von Luxemburg nach Großbritannien. Um Kosten zu sparen, heißt es offiziell vom Fast-Food-Riesen. Fakt ist aber auch: Gegen McDonald's laufen Steuerermittlungen.

Im Zentrum der Nachforschungen stehen nach Angaben der Brüsseler Wettbewerbshüter zwei Vereinbarungen des Unternehmens mit den Finanzbehörden in Luxemburg. Aufgrund dieser Übereinkünfte habe McDonald's seit 2009 in Luxemburg keine Unternehmenssteuern auf Lizenzgebühren gezahlt, die der Konzern von Franchise-Filialen in Europa und Russland erhalten habe. Dabei habe Luxemburg den McDonald's-Konzern von den Abgaben in dem Wissen befreit, dass der Konzern auch in den USA praktisch keine Steuern auf diese Einkünfte zahlt.

Es drohen deftige Nachzahlungen

Hintergrund ist die Auslegung des Abkommens zur Doppelbesteuerung zwischen Luxemburg und den USA. Eine Vereinbarung wie die zwischen McDonald's und Luxemburg müsse mit Blick auf illegale staatliche Hilfen genau untersucht werden, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. McDonald's drohen Steuernachzahlungen in Millionenhöhe. Die EU hat auch andere US-Unternehmen wie Starbucks, Fiat Chrysler, Apple und Amazon wegen deren Steuerpolitik im Visier.

Die Idee der McDonald's-Leitung nach Großbritannien zu wechseln, ist nicht neu. Im Juli hatte die Imbisskette erklärt, 5000 neue Arbeitsplätze in Großbritannien zu schaffen. Der Schritt wurde damit begründet, dass man so die Verbundenheit mit den Briten zum Ausdruck bringen könne, die sich angesichts des Brexit in wirtschaftlich schwierigen Fahrwassern befänden.

Großbritannien als Steuerparadies

Bei aller Verbundenheit mit den Briten - wirtschaftliche Überlegungen spielen für McDonald's ganz sicher auch eine Rolle. Tatsache ist: Gewinne aus dem Auslandsgeschäft von internationalen Unternehmen mit Steuersitz in Großbritannien müssen dort praktisch nicht versteuert werden. In Luxemburg will McDonald's künftig nur noch mit einem kleinen Büro vertreten sein - zuständig ausschließlich für die Geschäfte innerhalb des kleinen EU-Landes.

haz/sc (dpa, rtr, handelsblatt)

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